CD-REVIEWS:
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SOMBRE
VIEW: "I want to see the world go under" CD (Life is Painful /
NovaMedia)
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Ist das Soft Cell? Nein, aber die Stimme ist doch Marc Almond, oder?
Nein, auch das nicht, obwohl der Gesang diese ersten Assoziationen hervorruft.
Aber schauen und hören wir uns die Musik mal genauer an.
Bei
SOMBRE VIEW handelt es sich um eine schwedische Band, die schon seit
1993 ihre Interpretation melancholisch elektronischer Popmusik verwirklicht und
dabei ihre Wurzeln sicherlich in den Vorzeigebands wie Depeche Mode oder
Ultravox nicht verleugnet, aber gleichzeitig einen ganz eigenen Sound kreiert.
Dieser setzt sich zusammen aus klassischen Synthie Pop Elementen, die relativ
verspielt wirken und einer von Anna Wahlberg gespielten Violine, die meist
dezent, aber wirkungsvoll eingesetzt wird. Zusammen mit dem klaren
männlichen und weiblichen Gesang ergibt sich eine harmonische Mischung
erster Güte.
Das vorliegende zweite Album "I want to see the
world go under" wurde bereits im Jahre 2001 veröffentlicht und ist die
vorerst letzte CD. Dies ist sicherlich bedauernswert, da man in diesem Bereich
eher selten solch Kreativität und Eigenständigkeit begegnet. Auch
wenn das Album nicht immer so nihilistisch klingt, wie der Titel vermuten
läßt, bewegen sich alle zehn Songs eher im Moll-Bereich.
Sämtliche Lieder zeugen von besonderer emotionaler Ausdruckskraft, die
nicht zuletzt auf den reinen und abwechslungsreichen Gesang Mattias Wahlberg
zurückzuführen ist, der die Texte voller Leidenschaft vorträgt.
Ansonsten besticht das ganze Album durch große Experimentierfreudigkeit,
so daß die CD insgesamt sehr abwechslungsreich ist.
Einige Lieder
klingen eher pathetisch wie "Rise" oder "Come Euphoria", andere
wieder locker und poppig wie "Jericho" oder "Stay". Dagegen
ruhiger und fast episch vernimmt man "The Dark Circle" und an wohlige
Bar-Melancholie erinnert "Remedy". Die verschiedensten Elemente - wie
leichte Ethnoklänge, soul-funkige Baßlinien oder auch dancige Beats,
die aber nicht aufdringlich oder übertrieben wirken - verleihen jedem Song
eine ganz eigene Ausdruckskraft. Zudem zeugen auch die Texte von einer Art
leisen Melancholie, die nicht aufgeregt oder plakativ wirkt, sondern von einem
unaufgeregten Weltschmerz durchzogen ist, der vermuten läßt,
daß man bei SOMBRE VIEW nicht erst seit gestern erkannt hat,
daß die Welt grausam ist.
Silvio Wolff für
GOTHICWORLD
Tracklist:
01. Rise
02. Jericho 03. The dark circle 04. Remedy 05. Mindghost
06. Come Euphoria 07. Stay 08. World in disguise 09. Release me
10. I want to see the world go under
www.sombreview.com |