special:
UMBRA ET IMAGO 11.03.2004 Duisburg, Pulp
Mozart, unbestrittener Zeremonienmeister der deutschen
Gothicszene, ludt ein zur Premierenshow seiner Memento Mori-Tour
ins Duisburg Event-Schloss Pulp, und die Atmosphäre zwischen
rustikaler Burgatmosphäre und mystisch geheimnisvoller
Fledermaushöhle war wie geschaffen für einen grossen Konzertabend mit
UMBRA ET IMAGO.
Schätzungsweise vierhundert Umbra-Jünger
machten dem Meister ihre Aufwartung, der zusammen mit seiner Band nach einem
kurzen Intro relativ unspektakulär die Bühne betrat und dann mit
einem Laserpointer begann, den Trockeneisnebel zu zerteilen.
Sofort fiel auf, dass sich der neue Gitarrist Sören
mittlerweile gut eingelebt hat und ein ziemliches Gitarrenbrett fährt, das
UMBRA ET IMAGO an diesem Abend, im Gegensatz zum
Birthquake-Festival kurz vor Weihnachten aus dem letzten Jahr, sehr
gut zu Gesicht stand. Das musikalische Hauptaugenmerk an diesem Abend lag
natürlich auf der Präsentation des neuen Albums Memento
Mori, das mit Sweet Gwendoline, gleichzeitig der
ersten Showeinlage nach dem Vorbild John Willies, der Gwendoline
durch seine legendären Bondage-Comics zu unsterblichem Ruhm verhalf, erste
Beachtung erfuhr.
Im weiteren Verlauf des Abends folgten noch
Egosismus und Money, während sich
Mozart und seine beiden Gespielinnen bei Der Prälat
hemmungslos und nicht immer ganz jugendfrei ihrer sexuellen Lust hingaben.
Wer Umbra et Imago immer noch als Band betrachtet, die versucht,
Platten durch eine freizügige und auf Voeyuristen zugeschnittene Show zu
verkaufen, der wird dabei erstaunt sein von der Ästhetik, die Mozart und
sein Ensemble mittlerweile auch in der Live-Präsentation ihrer
S/M-Neigungen erreicht haben, die nichts mit einer möglichen Sex
Sells-Plattitüde zu tun haben:
Ein weiterer Höhepunkt folgte mit Schlag
mich, dem Stück, das Regina Halmich durch ihre gesangstechnische
Mitwirkung ihren Managementvertrag als Boxerin gekostet hat und somit genau den
Misstand darstellt, den Mozart nicht müde ist immer und immer wieder
anzuprangern:
Gothic ist eine Kulturbewegung, und kein
sektenähnliches oder wie auch immer geartetes, jugendgefährdetes
Konstrukt, das Einfluss auf die Psyche ihrer Anhänger nimmt, sondern ihnen
vielmehr die Möglichkeit bietet dem täglichen, gesellschaftlichen
Wahn zu entfliehen.
Dunkle Energie kanalisierte die
Energieströme der anwesenden und nach einem etwas verhaltenen Beginn
mittlerweile begeistert mitgehenden Publikum, die sich in Mea
Culpa und der S/M-Show mit Wachs- und Bondagespielen der beiden
Akteurinnen auf der Bühne entluden, während den ganzen Set über
im Hintergrund Videos auf eine Leinwand projeziert wurden.
Nach gut
anderthalb Stunden war der reguläre Set beendet, doch stürmisch
gefordert, mussten UMBRA ET IMAGO zweimal zurück auf die
Bühne, bevor die Coverversion von Falcos Amadeus den
Abend beendete und anscheinend niemand das Fehlen des Umbra-Klassikers
Gothic Erotic bemerkt hatte. Es geht also auch ohne
Bericht und Bilder:
Michael Kuhlen (OBLIVEON)
für GOTHICWORLD
Review "Memento
Mori" Mehr Live-Bilder von diesem Event bei
Obliveon.de
www.umbraetimago.de |