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Hasse noch ne
Karte übrig?. Verzweifelte Gestalten vor der Hamburger Markthalle,
wie schon beim letzten Mal haben es die amerikanischen Jungs geschafft den
Laden komplett auszuverkaufen. Bei langsam einsetzendem Nieselregen wirkte die
endlich von einer auf zwei verdoppelte Einlassmöglickeit der Markthalle
als Wohltat.
Drinnen angekommen. Die Schlange vor der Garderobe ist
nicht weniger lang, die vor dem Bier glücklicherweise aber schon. Und da
das Thermometer hier erfahrungsgemäß recht schnell gen abnormaler
Temperatur strebt, tut man gut daran Flüssigkeit zu
bunkern.
Die neuen Labelmates der Großen, die
Ruhrpott Metalcoreler CALIBAN eröffneten auf dieser Tour. Pünktlich
standen die Jungs um ihren wie immer geschminkten Schönling Andy D. auf
der Bühne. Und da haben sie sich bei vielerorts gelobten Labeldebut
The Opposite From Within so ansehnlich viel Mühe gegeben coole
Gitarrensounds zu zaubern, so stehen sie auf der gossen Bühne und man
hört davon - nichts. Über dem Kopf zusammengeschlagene Hände des
Tontechnikers bestätigen auch optisch den Eindruck eines unterirdisch
schlechten Sounds. Die Gitarren lassen sich also höchstens erahnen, dies
bessert sich im Laufe des Gigs nur wenig. Andy agiert mir gewohnt ausladender
Gestik und aufgerissenen Augen auf der Bühne, seine Spielchen sind
bekannt. Aus seinem von jedem Auftritt bekanntem Aufruf zur Wall Of Death wird
ein Mäuerchen des Tödchens wie eine Umstehende mit Blick
auf den kleinen harten Kern aus wilden jüngeren Fans vor der Bühne
bemerkte. CALIBAN live konnten mich noch nie so überzeugen wie auf CD, an
diesem Abend schmälerte aber in erster Linie der Sound den Auftritt der
immer souveräner werdenden Jungs.
Ganz anders
dann die amerikanischen GOD FORBID. Bei einem deutlich besseren Sound nahm die
Band um den dunkelhäutigen Frontbären Davis schnell die ganze
Bühne in ihren Besitz. Kaum eine Sekunde stand jemand dort still, ihre
Musik scheint dafür gemacht, live ordentlich Arsch zu treten, die
Bühnenpräsenz der Jungs ist phänomenal. Mit teils derbem Thrash
und dann wieder hochmodernen Parts rockten sie die Markthalle wie aus dem
Lehrbuch. Eine ihre Hymnen, Judge The Blood klingt aus dem Mund
ihres Sängers wie ein knallendes Hardcorestatement der Anfangszeit, sie
schaffen es wie nur wenige Bands ihre Power derart zu kanalisieren und
anzustecken, auch wenn nicht jeder ihre Songs kennt. Immer wieder klatschte das
Publikum begeistert mit um dann wenige Sekunden und einige fiese Breaks des
guten Drummers später, völlig aus dem Takt zu kommen. Die zu
erwartenden Bush-Hasstiraden blieben am US-Wahltag genauso wenig aus wie eine
Rock´n Roll-artige Vorstellung der Band. Davis, Bassist - Big Frog
In Da House - Outcalt oder der neben Davis am aktivsten mit dem Publikum
interagierende Gitarrist Coyle zogen ein wahres Feuerwerk ab, das verdammte
Laune macht, sodass man ihnen selbst die Feuerzeug-Hardcore-Romantik bei einem
ihrer letzten Songs gutmütig abnimmt. Metal! Antesten!
Subtropisch ist untertrieben. Das Wasser fließt von
den Wänden, die Temperatur liegt noch höher als unlängst bei IN
FLAMES. Ausverkauft und noch mehr, ein Drängen und Drücken, der Weg
zum Bier dauert ewig. Groupies besetzen die ersten Reihen und dann kommt er.
Rob. Rob Flynn. Das gleiche Bild wie beim letzten Konzert, ein bekanntes Intro
und die bekannten Hits vom Opener Imperium über The
Blood, The Sweat, The Tears bis hin zum live unglaublich fetten
Bulldozer .
MACHINE HEAD sind in
Deutschland Superstars, Rob genießt es sichtlich gefeiert zu werden, lobt
das Hamburger Publikum über den Klee und die enthusiastisch feiernden Fans
kriegen genau was sie wollen. Auch wenn Gitarrist Demmel penetrant seine
Einsätze verschläft, wird jeder Song von hunderten Kehlen
mitgegröhlt, Kerle mit nackten Oberkörpern moshen sich die Seele aus
dem Leib. Etwas zu routiniert wirkt der Zugabenblock: Angefangen mit
Descend The Shades Of Night, gefolgt vom Alltime Smasher
Davidian, am Ende mit Creeping Death (METALLICA) der
Anfang eines Coverreigens. Das erinnerte doch arg an ihren letzten Auftritt in
der Hansestadt. Wenige Takte aus LED ZEPPELINs Staiway To Heaven
geleiteten die begeisterten Fans nach draußen. Wo es auch regnete. Und wo
die Schlange vor der Garderobe nicht kürzer war. Völlig egal, es gab
kaum Gesichter die nicht beeindruckt und zufrieden in die Nacht
strömten.
Torben (
metal-inside )
für GOTHICWORLD (
mehr Bilder bei www.metal-inside.de )
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