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Es ist mal wieder so weit. JANUS spielen
auf. Eine der seltenen Ereignisse im Jahr, für das man auch mal gerne
viele Kilometer zurücklegt und sich zu fünft in einen Polo
zwängt. Wo wollen wir hin? Ach ja, nach Glauchau. In die Alte Spinnerei.
Mir lediglich durch Konzertankündigungen bekannt, bin ich doch ein wenig
gespannt. Also rein ins Auto, die restlichen Mitfahrer eingesammelt und ab geht
die Post.
Unter Absingen schweinischer und Janus Lieder gestaltet
sich die Fahrt recht angenehm (sitze ja auch als lebendes Navigationssystem
vorne), unterbrochen von einem Zwischenhalt bei den Goldenen Bögen von
Babylon zwecks Regeneration, und die 360 km sind im Nichts gefahren. Kein
größerer Stau, kein gar nichts. Was will man mehr? Und wie es der
Zufall will, finden wir direkt neben dem Eingang zur Spinnerei einen Parkplatz,
der anscheinend nur auf uns gewartet hat. Bei Betreten stellen wir fest, dass
es erst mäßig gefüllt ist. Dabei sind es doch nur noch 20
Minuten bis Beginn! Gut, es spielt ja ne Vorband. Was ein Glück. Da kann
es ja noch voller werden.
Irgendwann kurz nach neun
fängt die Vorband an. Felsenreich heißt sie sich. Na mal schaun, was
das wird. Oh oh, bevor ich jetzt was gemeines sage, schreib ich lieber gar
nichts. Ist besser so. langes Warten auf JANUS. Wie lange dauert das denn noch?
Mensch, erstmal Kaffee holen, die mitgebrachten Lebkuchen verspeisen und noch
mehr Kaffee. Ah, Felsenreich ist fertig. Wurde ja auch Zeit.
Nach einer
Umbaupause werden wir vom ~Intro~ wachgerüttelt. OK, ist das falsche, der
Patzer wird schnell behoben und dann kommt das Richtige. Direkt daran ~Paulas
Spiel~ . Wenn der neben mir nicht bald aufhört, mich zu nerven
~Ich
will seinen Kopf~ - wie passend
Aber er hört nicht auf, ~Verflucht~
soll er sein. Nach diesen beiden Brettern kommt von RIG ein augenzwinkerisches
"genug Liebeslieder für heute Abend" und ein Lachen scheucht durch die
Menge (von ca. 150 Leuten) . Die wenigsten scheinen an einem Freitag Abend den
~Exodus~ nach Glauchau auf sich nehmen zu wollen, scheinen ~Kleine Ängste~
zu haben. Eigentlich schade. Sonst hätten sie das wunderbare Heavy
Rock'n'Roll Gewand dieser beiden Songs sehr zu schätzen gewusst.
Hey ~Das Gesicht~ kenn ich doch; eine recht bekannte
Cellistin, Katharina Kranich von CHAMBER, betritt die Bühne, während
außer TOBY der Rest der Musiker die Bühne verlässt. Jetzt
wird's akustisch. Schon auf der Winterreise fand ich diese Lied sehr
beeindruckend und auch hier in Glauchau bekam ich meine Gänsehaut.
Katharina ähhh ~Anita spielt Cello~ ist eine neue Nummer, die wir zu
gehör bekommen. Wurde vorher noch fleißig mitgesungen, herrscht nun
Ruhe im Saal. Alles hören gespannt zu, wie RIG über Anita singt, die
vor einem KZ im Schnee sitzt und Cello spielt. Wäre der Sound ein wenig
besser gewesen, hätte ich auch mehr verstanden. Aber alleine die Musik
verursacht stehende Nackenhaare. Genauso wie ~Kafka~ natürlich auf einen
Besuch vorbei schauen muss. Der Applaus gibt dem Künstler recht - ER hat
Kafka getroffen.
Die Cellofee verschwindet, der Rest betritt
die Bühne wieder, denn ~Die Tage werden enger~ und da viel mehr gerockt
werden sollte, wird eben dieses zelebriert. Wer noch keinen Schlafplatz hat,
steigt im ~Hotel Eden~ ab. Gute Entscheidung. Da steht Mr. Drown vor mir, nicht
mehr RIG, der charmante Wirrkopf, sondern der Psychopath. Einige schaun nach,
ob sie nicht zufällig einen Marmorklotz am Bein haben. Nein, Glück
gehabt. Das darauf folgende ~Medley~ besteht aus einigem, aber nicht aus Isaak,
weil, das kennt RIG nicht ,wie er vorher lakonisch bemerkt. Stört aber
auch keinen, denn nach dem Zugabegebrüll wird ~mein krankes Herz~ geheilt
und der Rest im ~Knochenhaus~ verscharrt. Wir haben alle eine Träne im
Auge, ist das doch Basser ROBs letzter Auftritt mit JANUS. Das Urgestein war
von Anfang mit dabei und geht nun. Sehr schade dass. Wirklich. Dafür darf
er noch mal so richtig in die Saiten hauen und liefert sich ein musikalisches
Duell mit der Gitarre. Und so findet diese Nummer einen fulminanten Abschluss
in lauten Zugaberufen, die man uns gerne mit der wieder aufgetauchten Cellofee
erfüllt. ~Was uns zerbricht~? Nicht diese Klänge. Es ist wundervoll.
Vom ~Kadaverstern~ komme ich erst zurück, als ich wieder Zugabe rufen
muss, die wir mit einem ~Flüsterer im Dunkeln~ auch erhalten. Irgendwann
haben sie auch noch ~Neunundachtzig~ gespielt, aber ich weiß leider nicht
mehr, wann. Auf der Setliste steht es leider nicht drauf.
Nach kurzem
Eindecken mit Shirts, letzten Gesprächen mit den der Horde aus der
Knochenbude und einem "Ihr seid doch total verrückt, jetzt nach Hause zu
fahren" von TOBY sattelten wir das Gefährt und es ging nach Hause.
Glauchau, wir kommen wieder, wenn JANUS auftritt.
Stephan für
GOTHICWORLD Bilder
von Silbernacht
www.knochenhaus.de |