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"An semiacoustic Evening ..." war der
Slogan der THE GATHERING Tour, doch selbst die in freudiger Erwartung
befindliche Anneke van Giersbergen schnallte sich noch einmal eine Stratocaster
vor den deutlichen Bug, bevor sie sich in den wohlverdienten
Mutterschaftsurlaub verabschiedete. Also von wegen "semiacoustic" oder
Lagerfeuer-Romantik, jedenfalls nicht im Universal D.O.G. ...
Den Anfang
machte allerdings erst mal PAATOS aus Schweden, die mit dem Gothicmetal
der "alten" THE GATHERING noch weniger gemeinsam haben wie die "neuen"
THE GATHERING. Was PAATOS mit den heutigen Headliner gemeinsam
hat, ist eine Frontfrau, allerdings von zierlicherer Statur und wesentlich
zarterem Stimmchen. Die Kompositionen der Band erinnern ein wenig an Björk
oder Kari Rueslatten. Alles recht nette stimmungsvolle Songs die auf dem
aktuellen Album "Kallocain" wirklich besser rüberkommen als live,
zumal der zwar excellente, aber viel zu laute Drummer, die fast zerbrechliche
Vocals auf weiten Strecken übertönte. Ein paar Jazzrock-Freaks im
noch spärlichen Publikum kamen bestimmt auf ihre Kosten, doch so rechte
Stimmung wollte keine aufkommen. Vielleicht weil dies der Auftaktgig der Tour
war, vielleicht weil eben niemand die Songs richtig kannte, vielleicht weil
einfach alle nur auf THE GATHERING warteten.
Und eben jene Holländer zeigten sich nach kurzer
Umbaupause vor leider nicht wirklich zahlenmäßig glänzendem
Publikum spielfreudig wie eh und je. Besonders Anneke van Giersbergen wurde
nicht zu letzt auf Grund der "anderen Umstände" fenetisch empfangen und
vom ersten Takt war alles gefangen vom typischen Flair eines THE
GATHERING-Konzertes.
So gab es im Verlauf der folgenden zwei
Stunden volle Breitseite "Best of THE GATHERING", wobei neben den
neueren Werken ab "How to measure...", "If_then_else" und
"Souveniers" auch für alt-eingefleischte G-Punkt-Fans genug zum
Abfeieren dargeboten wurde. Nach wie vor sind die wahren Klassiker "On Most
Surfaces", "Sand And Mercury", "Strange Machines" und
"Nighttime Birds" umwegdenkbare Highlights der Shows der sympatischen
Holländer. Doch auch die neueren Songs wissen absolut zu überzeugen.
Auch Bandneuzugang Marjolein Kooijman am Bass konnte
von Anfang an nicht nur optisch, sondern auch druckvoll am Griffbrett
überzeugen, die präziesen Percussions von Hans Rutten, der magische
Gitarrenzauber von Bruder Rene und die spährischen Synthieteppiche von
Frank Boeijen nahmen das Publikum spürbar in ihren Bann. Und oben drauf
Annekes Goldkehle, jedesmal ein Erlebnis!
Wie gesagt, von wegen
"semiakoustic", hier ging mal wieder voll die Post ab und Anneke, mittlerweile
mindestens im fünften, sechsten Monat, bot eine Show der Gefühle,
für alle Dagewesenen sicher unvergesslich! Die Zugaben wollten nicht enden
...
Schade nur, daß nicht mehr Besucher sich
zu diesem Supergig in dieser schönen Location eingefunden haben, da haben
alle Nichtanwesenden sicher eins verpasst: zwar nicht wirklich Neues, aber
zumindest eine der szeneübergreifensden, wie ergreifensden Livebands
dieses Universums! Dafür stehe ich mit meinem Namen. Und das nicht nur,
weil hier ich hier die ergreifensde Schwangerschaftsgymnastik, die je auf
deutschen Bühnen dargeboten wurde miterleben dürfte, als Vater dreier
Elfen weiß ich, wovon ich spreche ;-)
Nun drücken wir Anneke
die Daumen für eine glatte Geburt und freuen uns schon auf die
Rückkehr der Band mit neuem Material und weiteren Events in dieser
Wohlfühl-Athmosphäre, organisiert von
www.dark-dance.de.

Sir Ritchie für
GOTHICWORLD Photos:
Universal D.O.G. / Sir
Ritchie
www.paatos.com www.gathering.nl
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