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Mit ihrem Album "All Of
White Horizons" legen AGONISHED BY LOVE aus Polen ein feines Debüt in
Sachen melodischer, melancholischer Elektronik vor. Zeit also, den beiden
Machern dahinter ein wenig genauer auf die Finger zu schauen, und nicht nur zu
klären wie eine polnische Band auf ein belgisches Label kommt, oder was
das Ganze mit Clan Of Xymox zu tun hat.
GW:
Vielleicht erzählt ihr uns am Anfang ein wenig über
eure Entwicklung als Künstler? Wie habt ihr euch
getroffen?
Mariusz: Wir trafen
uns in der Schule. Zufälligerweise stellten wir fest, dass wir die selbe
Art von Musik hörten, irgendwann stellte sich raus dass wir eigentlich
ganz im allgmeinen die selben Dinge mochten. Schlussendlich gründeten wir
Agonised By Love genau zu dieser Zeit. Und selbst wenn sich der Name der Band
gewandelt hat und auch etliche Mitglieder kamen und gingen
Rafal und ich
sind immer schon der Kern der Band gewesen. Gothic (in der Art wie wir es
verstehen) trat in unser Leben. Die Traurigkeit und Melancholie in der Musik
war wie eine Art Heilung für uns, für all dass, was wir nie so
richtig beschreiben konnten. All die Gefühle, Gedanken
Mitte der
90er war es sehr schwer für uns an CDs von Deine Lakeien oder Lacrimosa
ranzukommen. Wir hörten diese Musik mit dem festen Glauben dass uns das zu
Mitgliedern einer Art geheimnisvollen Bruderschaft machen würde. So eine
Art Freaks und wir gefielen uns auch sehr in dieser Rolle. Irgendwann trafen
wir Marcin, von einer lokalen Radiostation und er war der erste der an unser
Talent glaubte und uns motivierte mehr an unseren Kompositionen zu arbeiten.
Wir verließen die traditionelle Art der Rockkomposition und fokussierten
uns darauf Musik nur noch mit Keyboards zu machen.
GW: Habt ihr vorher schon in anderen
Bands/Projekten gearbeitet?
Mariusz:
Ich war immer schon sehr monogam und habe nie in anderen Bands
mitgewirkt. Rafal hat seine Stimme schon in anderen Projekten
erprobt.
Rafal: Das ist richtig.
Ich hatte einen Part in der Hard-Rock-Band Yellow Piston und der
Gothic-Rock-Band Candra
aber dass waren nur Ausflüge, trotzdem aber
sehr wichtig da sie meine Stimmtechnik formten.
GW: Was ist der Grund für euch Musik zu
machen? War da ein spezieller Moment oder eine spezielle Idee?
Rafal: Die Musik oder die Texte kommen tief aus
dem Innern. Ich habe da nie drauf geachtet, ob es da einen speziellen Moment
gab.
GW: Seit wann arbeitet
ihr als AGONISED BY LOVE und was denkt ihr sollten wir über eure
Bandgeschichte wissen?
Mariusz:
Seit 1997 arbeiten wir an unseren Kompositionen. Wir brauchten die
Jahre um herauszufinden was wir genau machen wollen und ob Musikmachen wirklich
das ist was wir in unserem Leben tun wollen. Der Effekt unserer musikalischen
Evolution war sozusagen die EP "Blindness" im Jahre 2002. Seit dieser Zeit
haben wir angefangen über ein komplettes Album nachzudenken.
Rafal: Ende 2003 haben wir wieder angefangen im
Studio zu arbeiten. Das Ergebnis war das Album "All of White Horizons" welches
im Januar über das belgische Label Alfa Matrix veröffentlicht wurde.
Im November 2004 veröffentlichte Alfa Matrix eine EP "Close Behind You"
sozusagen die Einführung zu unserem Debütalbum mit einer Handvoll
Remixen.
GW: Wusstet ihr von
Anfang an wie Agonised by love klingen wird, oder war dass mehr etwas was
während der Arbeit entstand? Was könnt ihr uns darüber sagen wie
die Songs entstehen?
Mariusz:
Ich kann keine Musik machen in dem ich bestimmten Regeln folge. In
den meisten Fällen sind das Phasen in denen ich mich befinde. Manchmal
gute, manchmal genau das Gegenteil. Das kann im Bus sein, auf Arbeit oder
während einer Party. Es gibt immer einen bestimmten Moment der eine
bestimmte Idee gebiert, der Rest ist harte Arbeit. Rafal und ich haben in den
Jahren unserer Zusammenarbeit eine Art Instinkt dafür entwickelt, was der
Andere gerade meint ohne große Missverständnisse. Rafal entwickelt
meist aus der Musik den Text. Manchmal aber auch umgekehrt. Außerdem
haben wir eine gewisse Diziplin im Improvisieren entwickelt. Nicht einmal haben
wir gemerkt, dass die endgültige Idee wirklich ganz spontan
kam.
GW:
Wie würdet ihr den Sound, die Musik von AGONISED BY LOVE in
euren eigenen Worten beschreiben?
Mariusz:
Unsere Musik kombiniert einfache, elektronische Melodien mit
klassischen, orchestralen Harmonien. Oft kann man Blasinstrumente wie
Flöten in der Musik hören, die einen gewissen Soundtrackcharakter
haben. Wir experimentieren nicht mit Elektronik. Wir verwenden synthetische
Sounds und gesampelte Streicher. Ein entscheidendes Element unserer Musik ist
aber auch der Rhythmus der ihr einen gewissen Tanzcharakter verleiht. Der
Höhepunkt ist Rafal's ausdruckstarke Stimme, die in Verbindung mit den
Texten ein gewisses seltsames, manchmal bitteres, oder gar brutales Klima
erzeugt.
GW: Versucht ihr mit
euer Musik eine gewisse Szene "einzufangen"?
Mariusz: Ich denke nicht dass es möglich ist
eine Szene "einzufangen"! Ich glaube eher dass eine Szene dich einfängt.
Wir sagen immer, unsere Musik ist für offene, empfindsame
Menschen.
Rafal: Es ist genauso wie
Mariusz sagt. Wir wissen dass unsere Musik universell ist und nicht nur Leute
einer dunklen Independent Szene anspricht. Uns reicht jeder, der unsere Musik
einfach nur gut findet.
GW:
Würdet ihr konkrete Einflüsse für eure Musik
benennen?
Rafal: Ja, wir haben
eine Menge Musik die uns direkt beeinflusst. Wir versuchen niemanden zu
kopieren, aber bestimmte Emotionen die uns helfen unsere eigene Musik zu
machen... Meine Favoriten sind Diary Of Dreams, Clan Of Xymox und die ganze
Elektronik im Allgemeinen. Von Synth- über Dark- bis zu Futurepop. Aber
auch Sachen wie New Romantic oder Art Rock. Ich mag Marillion mit Steven
Hogarth.
Mariusz: Tilo Wolff, Adrian
Hates, Boris Benko, David Sylvian
GW:
Was ist für euch wichtiger, die Texte oder die
Musik?
Rafal: Ich finde dass
kann nicht getrennt werden. Genauso wie die Frage ob man Mama oder Papa mehr
liebt. Es sind andere Aspekte die in unserer Musik wichtig sind. Wir denken nie
über diese Art von Hierarchie nach. Wir machen einfach. Später gibt
es natürlich Korrekturen und wir lassen nur die Dinge zu, die uns Beiden
wichtig sind.
GW: Ihr schreibt
eure Texte in Englisch, warum? Der Versuch ein internationals Publikum zu
erreichen?
Rafal: Ich habe
eigentlich schon immer in Englisch gesungen. Weil es leichter zu singen ist.
Mehr Resonanz hat. Ich habe da nie daran gedacht, dass ich dadurch vielleicht
mehr Leute erreiche.
GW: AGONISED
BY LOVE ist ein Song von CLAN OF XYMOX von ihrem Album "Medusa", ist das ein
Zufall?
Rafal: Nein, das ist
Absicht. Wir lieben Clan Of Xymox einfach. Der Titel dieses Songs spiegelt
einfach perfekt wieder, was wir mit unseren Texten sagen wollen.
GW: Vielleicht könnt ihr uns an dieser
Stelle mal erläutern was dieser Term "Agonised By Love" in euren eigenen
Worten bedeutet?
Rafal:
Agonised By Love ist einfach ein Teil unseres Lebens. Es ist eine
Art Tagebuch über Gefühle, in der Vergangenheit, Gegenwart und
Zukunft. Es ist genau dass was wir mit unserem Publikum teilen
wollen.
GW:
Wie kam es, dass ihr, als eine polnische Band bei dem belgischen
Label Alfa Matrix unter Vertrag kamt?
Mariusz: Wir haben einfach unsere Promo
überall hingeschickt, wo wir dachten dass es passen würde. Einige
signalisierten ihr Interesse und am Ende haben wir uns dann für Alfa
Matrix entschieden.
GW: Was
plant ihr als Nächstes? Vielleicht sogar Liveauftritte?
Rafal: Wir haben gerade in Kaunas (Lithuania)
gespielt, auf dem Tamsa Snabzda Festival. Dann eine Minnitour mit No Signal
Detected. Es gibt Pläne für ein paar Konzerte in Poznan und auf dem
Beyond The Veil Festival in Leeds, England. Wir versuchen nicht nur in Polen zu
spielen, aber dass hängt immer von den Organisiatoren ab.
GW: Dann bleibt mir nur noch, mich für
das Interview zu bedanken. Gibt es noch eine letzte Aussage die ihr loswerden
wollt?
Mariusz:
Danke....
Rafal: Danke für
euer Interesse an ABL. Wir grüßen alle die offene Herzen und
empfindsame Seelen haben.
Thomas Sabottka für
GothicWorld
Review: "All of white Horizons"
www.agonisedbylove.art.pl |