special:
EXTREM MORLOCS Zeitschrift/Magazin von Bela B. und seinem Fanclub
für seine Fans #1/2005 (Devil-Connection)
1988 saßen drei Ost-Berliner Jungs - Gruftis
und Ärztefans - in einer Altbauwohnung und tranken Bier. Nach zwei Stunden
Ärzte-Musik und soviel Bier, wie in diese zwei Stunden passt, hatten die
drei eine Schnapsidee: Die Mauer steht, die Ärzte werden wir nie sehn (und
die uns nicht) - also nennen wir uns doch wie die. Zettel falten, Lose ziehen
und ich hatte meinen Spitznamen "Bela" weg, der sich bis heute gehalten
hat
Das vorausgeschickt verdeutlicht vielleicht die Ehre,
die ich habe, die erste Ausgabe des Magazins EXTREM MORLOCS mit, über und
von Bela B. zu beGUTachten.
Dirk "Bela B." Felsenheimer ist ein
künstlerisches Multitalent: musikalischer Halbgott in schwarz,
Schauspieler, Düstermann mit Hang zum Horror, Comic-Verleger
Das
macht ihn nicht nur für Fans interessant - ein vielfältiger Star ist
immer besser als ein einfäl
, ein eindimensionaler. Diese
Vielgesichtigkeit des Ärzte-Drummers bekommt man im Magazin EXTREM MORLOCS
geboten. Und noch einiges mehr.
Unvermeidlich - aber immer wieder
schön - sind die Interviews mit Bela und Farin höchstselbst. Auch
wenn man nicht wirklich Neues über Farin und seine Beziehung zum Freund
seit frühen Berliner Punktagen erfährt. Anders das Interview mit Bela
B.: Der Graf kommt weitaus ausführlicher zu Wort als in jedem anderen
Interview, das ich von ihm kenne. Song-Entstehung, Politik,
Unpünktlichkeit und sein Versprechen, keine Oma vor den Bus zu
stoßen, nur um in der Hölle an Ansehen zu gewinnen (Entwarnung an
alle über 55!!!!) - sind die Themen und sie werden vernünftig
ausgelotet. Hier spürt man den engen Kontakt zwischen dem Redaktionsteam
und dem Herren B. - schöne Dialoge jenseits der Musikpressenklischees. Die
Interviews mit den Mitstreitern aus verschiedensten Kollaborationen sind in der
Regel auf ein Bild und eine Seite Frage/Antwort beschränkt - aber das
stört nicht. Verblüffend nur die Bandbreite. Sie reicht von Jasmin
Wagner aka Blümchen aka Denim Girl, die gemeinsam mit Bela musiziert hat
und leckererererer als früher aussieht über den Meister des
gepflegten Splatterfilms Jörg Buttgereit, der gerne mal ein
Ärzte-Video drehen würde bis zu Thomas D., Jasmin Tabatabai oder
Silvia Superstar von den Killer Barbies.
Man hat fast den Eindruck,
jeder, der mal mit Bela zusammengearbeitet hat, durfte zu Wort kommen. Das ist
mehr als eine nette Geste unter Kollegen und Freunden - ich weiß nur
nicht, womit die kommenden Ausgaben (und ich hoffe, dass es diese geben
wird!!!) gefüllt werden sollen.
Vielleicht wird der Schwerpunkt ja
dann verlagert auf die Themen, die in der ersten Ausgabe etwas zu kurz kommen.
Da wäre vor allem der schräge Bela-Humor im Schwarwel-Comic "Iss mich
nicht" - davon gerne bitte viel mehr. Viel, viel mehr. Angekündigt ist ein
Mehr an schrägen Bestsellerlisten von Bela. In der ersten Ausgabe
präsentiert er seine 13 Lieblingskünstler, Platten, Comics, Filme,
Bücher und Serien. 666 sind ihm wohl zuviel gewesen
Natürlich
fehlt auch eine ewige Lieblingsliste der beliebtesten Bela-Monster nicht -
angeführt, wen wundert´s vom Grafen Dracula persönlich.
Kommen wir nun noch zu Dingen, die gesagt werden müssen -
aber eine Kaufentscheidung nicht grundlegend beeinflussen sollten. Zwar
weiß ich um Magazine, wo das Poster in der Mitte vielen Zeitgenossen
eigentlicher Kaufanreiz ist - bei EXTREM MORLOCS ist dem nicht so. Das Poster
in der Mitte zeigt auf der einen Seite Bela B. als Unsichtbaren, so richtig
schön mit Verbänden und so
und auf der anderen Seite Belawolf.
Auf beiden ist er relativ schwer zu erkennen, macht aber nicht wirklich was.
Die Qualität des Mags ist absolut hochwertig: schweres Papier,
durchgängig farbig und glänzend - weit mehr als Fan-Mags sonst zu
bieten haben. Der Preis liegt mit 7,50 Euro daher eher im oberen Bereich. Das
ist, je nach Erscheinungszyklus, aber vertretbar - schließlich gibt es
Weihnachtsgeld und "Urlaubs"geld. Angenehm, weil immer passend, die Werbung im
Heft. Mein Favorit ist die "Untote Drecksau" - nächstens bitte in die
Mitte damit!!!!
Insgesamt eine schöne Idee, die das Band zwischen
Künstler, Fanclub und dem Rest der Anhängerschar um einiges festigt.
Ich bin begeistert und wünsche dem EXTREM MORLOC eine lange Zukunft, immer
schräge Ideen und viele weitere Blicke auf Belas wildes
(Künstler)leben.
Daniel "Bela" Bartsch für
GOTHICWORLD
Bestellen:
www.devil-connection.com
Angucken:
www.bela-b.de
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