CD-REVIEWS:
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IKON
"Destroying the world to save it" Do-CD (Equinoxe-Records) |
Eigentlich meint man, zu der australischen
Gothiclegende IKON nicht mehr viel sagen zu müssen - und merkt,
dass diese veröffentlichungsfreudige Band um Chris McCarter irgendwie
immer eine Nischenband geblieben ist. Deshalb breche ich hier eine Lanze
für IKON und für ihr aktuelles Album "Destroying the world
to save it", dem ersten Vollzeitwerk seit 2001
Das Werk kommt im
schicken Digi-Pack daher, das Artwork ist von bestechender Schönheit -
hier vom Cover auf den Inhalt schließen, kann man bedenkenlos tun.
Eröffnet wird der musikalische Reigen mit "Never Forgive! Never Forget!"
und lauten Sirenen. Nach wenigen Klängen nimmt man erstaunt aber sehr
positiv zur Kenntnis: IKON sind rockiger geworden. Sie klingen direkter,
härter und kompromissloser als man es sonst gewöhnt ist:
Gitarrenläufe treiben die Hörer vor sich her, der Drumcomputer hat
erheblich mehr Wucht. Unverwechselbar passt McCarters leicht sonore Stimme dazu
wie die Faust aufs besagte Auge. Die düsteren Klänge sind weniger
statisch, sie holen enorm zum Schlag aus - die der Band innewohnende Kraft
gewinnt dadurch. "Without Shadows" bringt zur Treibjagd noch schwebende,
psychodelische Gitarren - das Ganze wirkt dadurch etwas sphärisch aber
sehr intensiv.
Eine Stärke von IKON waren immer auch
gekonnte Neo-Folk Stücken - ihr "Fall Apart" Cover hat sie einstmals einem
größeren Kreis bekannt gemacht. Mit "God Has Fallen From The Sky"
gelingt ihnen erneut ein astreines neufolkloristisches Stück in
Perfektion. Im Vordergrund die geschlagene Akustikgitarre, im Hintergrund
sägen lange Gitarrenriffs. Bereits im letzten Jahr gab es die "Psychic
Vampire"-EP und der titelgebende Track findet sich nun auch auf dem
Full-Time-Album. Allerdings in einer Version, die mehr auf Samples und Keyboard
setzt - die vorsichtige elektronische Untersetzung ihrer Stücke ist eine
weitere Stärke von IKON.
Diese Mischung aus erstklassigen,
härteren Gothrocknummer, schönem Neofolk und elektrodominierten Songs
macht diese erste CD des Doppelpacks aus. Allein der weibliche Gesang bei
"Ashes Of Blue" fällt gegen die anderen Stücke ab - Kate Bush
für Arme, so etwa. Ganz groß und unbedingt zu erwähnen: "Rome",
weil so dermaßen bedrückend, zerfetzend und "Slaughter", weil
urwüchsiger Neofolk mit indianischen Anleihen und unendlicher Tiefe.
Insgesamt für mich die beste aller bisherigen IKON-Scheiben, eine
Steigerung ist schwerlich noch möglich.
Zur limitierten
Erstauslieferung gehört dann noch eine Bonus-CD. Diese vereint aktuelles
Material und frühere Stücken in Versionen und Live-Varianten. Die
"Psychic Vampire"-Version ist gänzlich elektronisch aufbereitet und klingt
noch kühler als die Originalversion. Mit "Afterlife" ist einer der
treibendsten IKON-Titel als Live-Mitschnitt vertreten, ebenso
"Condemnation" und "Ghost In My Head". Die musikalischen Experimente machen
Lust auf mehr - beeindruckend die extralange Version von "Without Shadows" und
der Zugewinn an Charakter bei der Live-Version von "God Has
Fallen"
Daniel "Bela"
Bartsch für GOTHICWORLD
Disc 1 01. Never Forgive!
Never Forget! 02. The Dying Crown 03. Without Shadows 04. God Has
Fallen From The Sky 05. Psychic Vampire 06. Father Of Lies 07.
Ashes Of Blue 08. Rome 09. My Crucible 10. Heresy 11. Slaughter
(For The Glory Of Christ And The King) 12. Path Of The Unknown 13. The
Black Goat Of Judas
Disc 2 01. Psychic Vampire (Full Moon
Remix) 02. Ashes O Blue (Acoustic Version) 03. Afterlife (Live Version)
04. Condemnation (Live Version) 05. Path Of The Unknown (Remix) 06.
Without Shadows (Extended Version) 07. God Has Fallen From The Sky (Live
Version) 08. Ghost In My Head (Live Version) 09. Slaughter (Acoustic
Version) 10. Black Goat Of Judas (Remix) 11. My Crucible (Toyland
Remix) 12. King Of Terror (Live Version) 13. Burning Desire (Live
Version)
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