Exclusive Interview:
CATASTROPHE
BALLET
Wenn man wie wir zur Zeit mit der Organisation eines Festivals
beschäftigt ist, kommt man plötzlich mit Leuten zusammen, deren Musik
man vorher nur aus der Ferne bewundern konnte. Im Zuge der Unterstützung
des GWT 2000 ergab sich folgendes Interview mit PUBLIC PROPAGANDA-Mitarbeiter
und GWT2000-Unterstützer Eric Burton, der seinerselbst ja auch der Kopf
von CATASTROPHE BALLET ist. Und genau die Band und ihr aktuelles Album "Modern Primitives" ist das
Thema:
GW: Euer neues Album klingt weder nach seinem Vorgänger
"Menschenfeind" noch nach dem Gothrock der 80er, mit dem bei Euch ja alles
angefangen hat. Trotzdem könnte man "Modern Primitives" als eine Art
Rückbesinnung zum Rock sehen, oder?
[Eric Burton] Ja,
im Nachhinein betrachtet ist das so. Obwohl wir uns eine solche Gewichtung
niemals vorher überlegen. Das entsteht bei uns spontan je nach
"Gefühlslage" der Band. "Menschenfeind" wirkte kalt und verzerrt, da sich
auch die Band in dieser Situation befand. "Modern Primitives" ist ein
organisches, energiereiches Album, da wir uns auch so fühlen zur Zeit.
GW: Wie würdest du deine Musik heute selbst umschreiben?
[Eric Burton] Hm, ich mag keine Schubladen, also kann ich
Dir keine nennen. "Dark Rock" trifft es vielleicht, aber irgendwie klingts
doof..:;)) Catastrophe Ballet befindet sich ja bei jedem Release in einem
anderen Universum und somit ist man vor Überraschungen nie sicher....wir
selbst auch nicht. Modern Goth Cult habe ich mal gelesen, daß fand ich
ganz nett...
GW: Erzähl mal bitte, wie die Songs entstanden
sind.
[Eric Burton] Die meisten Songs bestehen vorher als
Fragment von den Musikern Ian Christ und Matt E. Mit ca. 70 - 80 % eines Songs
gehen wir dann ins Studio und dort lassen wir noch weitere Ideen
miteinfließen. Das erhält die Spannung in den Stücken für
uns selbst, da das Endergebnis immer offen bleibt.
 GW: Hatte die neue Bandbesetzung Einfluß auf das
Songwriting?
[Eric Burton] Natürlich. Neue Leute = neue
Ideen. Es gibt Bandgefüge für die Ewigkeit...unseres gehört
nicht dazu. Ich bin glücklich, mit CB immer wieder neue Ideen
verwirklichen zu können und die frische Energie neuer Musiker zu
verarbeiten.
GW: Wie kommen die Ideen zu den Lyrics zustande?
[Eric Burton] Schwer zu beantworten....Sie sind einfach da. Die
Worte drängen sich ohne großes Anklopfen in meinen Kopf und ich
schreibe sie dann auf. Das scheint wie ein innerer Zwang zu sein, die Text aufs
Papier zu bringen. Manchmal 5 Texte an einem Tag, manchmal 3 Monate lang kein
Wort...
GW: Ihr hattet dieses Mal ja auch keinen namhaften
Produzenten dabei, der Euch seinen Stempel aufdrücken könnte.
Resultat schlechter Erfahrungen oder wollt ihr es wissen, ob ihr es auch selber
draufhabt?
[Eric Burton] Ja. Wir wollten einfach wissen, wie
CB alleine klingt. Ein Produzent läßt immer auch seine Ideen
miteinfließen, was wir ja auch wollen. Die Krupps, Cassandra Complex und
Girls under Glass sind Produzenten, die starke Ideen haben,die den
ursprünglichen Song komplett verändern können..was wir ja auch
wollen. Aber wir wollten uns diesesmal einfach "pur" darstellen...
GW: Wie kam die Idee zustande, Euren wohl bekanntesten Song "House
of Hate" nochmal neu für dieses Album aufzunehmen?
[Eric
Burton] wir wollten uns selbst ins neue Jahrtausend retten. "House.." ist
unser bekanntestes Stück und wir wollten einfach eine frische, neue
Version haben, damit es nicht zu langweilig wird. Das Original spielen wir seit
1990 !!! Oh Gott...
GW: Nochmal Coverversion, wie kam´s zu
"Anarchy in the U.K."?
[Eric Burton] Die Sex Pistols haben
mich aus meinem musikalischen Teenietraum von sauberer, netter Musik gerissen
und mich auf die "böse Seite der (Musik)-Macht" geführt...
Außerdem ist der Song einfach gut...
GW: Gibt es jemanden mit
dem du mal gerne musikalisch etwas zusammen machen möchtest?
[Eric Burton] Ja, mit Roger Waters von Pink Floyd. "The Wall"
hat mein Leben verändert...
GW: Ihr seid nun bei OBLIVION/SPV
unter Vertrag. Funktioniert die Zusammenarbeit, nachdem ihr ja fast zu jedem
Album in der Vergangenheit das Label gewechselt habt?
[Eric
Burton] ach, daß ist ein trockenes Thema. Wir gehen von einem Label
weg, wenn wir das Gefühl haben, das sie es nicht wert sind, Catastrophe
Ballet in ihrem Programm zu haben. Wir geben immer 100 %, warum soll ich meine
Zeit mit Leuten verschwenden, die nur 10 % geben ? Bisher sind wir mit Oblivion
sehr zufrieden. Die Jungs sind ja auch aus der Szene und wissen, was wir
wollen. Dort signt man auch keine ukrainischen Ukulelenspieler...
GW: Wie sieht es Tourmäßig aus? Wo kann man CATASTROPHE
BALLET demnächst live erleben?
[Eric Burton] Eigentlich immer. Einige Shows
waren schon im März / April. Wir spielen am 28.5. in Koblenz / Dreams, am
9.6. mit Sigue Sigue Sputnik + Lacrimosa auf dem WGT / Leipzig. Mit den E.
Neubauten auf dem Dour Festival in Belgien am 8.7. und am 26.8. wieder in
Mexico City (mit Goethes Erben + Das Ich !!), dann in New York City (30.9.).
Dann kommt nochmals Deutschland im Herbst (sic !! Toller Film von R. W.
Fassbinder übrigens)..
GW: Und gibt es schon Ideen für ein
neues Album?
[Eric Burton] Nein. Ich kämpfe noch mit
mir. Wir machen keine Alben nach dem Kalender, sondern wenn wir das Gefühl
haben, etwas ist es wert, veröffentlicht zu werden...das kann 2001 oder
2020 sein...
GW: Hast du noch etwas, was du an deine Fans loswerden
willst?
[Eric Burton] Wenn es Euch gibt: Danke für Eure
Geduld mit uns. Es ist nicht leicht, ich weiß. Aber wer will das schon ?
GW: Ich danke dir, für das angenehme Interview und
wünsche dir und der Band alles Beste für die
Zukunft.
ritchie
für GOTHICWORLD
hier noch
ein GAG zu CATASTROPHE BALLET! *ritchie kugelt sich vor
Lachen!*
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