interview:
THE ANCIENT GALLERY "Wer uns ein bissel kennt, der hört
bei dem Remix auf alle Fälle unseren Stil heraus ..."
Freudiger
Auf-Schrei in Dresden: THE ANCIENT GALLERY gewinnt mit Ihrer Version von
"Der Schrei" den Remix-Wettbewerb von DAS ICH! Grund für uns, den
Hoffnungsträgern der deutschen Dunkelmusikkultur dafür das
Patschhändchen zu drücken.
GW: Ihr habt den Remix-Wettbewerb von DAS ICH
gewonnen. Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Mario: Ja, vielen Dank. Wir leiten die
Glückwünsche auch gleich an unsere zahlreichen Fans und Förderer
weiter, die wesentlich dazu beigetragen haben, dass wir gewinnen
konnten.
GW: Für
alle, die es nicht mitbekommen haben, erzählt doch bitte erst einmal worum
es überhaupt ging. Mario: Im
vergangenen Jahr hatten DAS ICH die Planungen für ein Best Of Album
begonnen und auf ihrer Homepage diesen Remixcontest gestartet. Beteiligen
konnte sich jeder, also nicht nur Bands sondern auch Musikfreaks. Nach einer
gewissen Frist wurde dann ein Voting begonnen, um festzustellen, welcher Remix
die größte Zustimmung bekommt und somit einen Platz auf der Best
Of-Scheibe von DAS ICH gewinnt. Für uns war es sicher vorteilhaft, dass
wir einen großen und treuen Fankreis haben, der dementsprechend auch
für unseren Remix gestimmt hat. Für einen Hobbymusiker im stillen
Hinterkämmerchen war das natürlich wesentlich
schwieriger.
GW: Wie seid Ihr auf
den Wettbewerb gestoßen? Mario:
Eigentlich eher zufällig. Auf der Homepage war der Wettbewerb
ja ausgeschrieben und Mario, unser Bassist und Dirk unser Keyboarder, schauen
dort ab und an vorbei und entdeckten so den Contest.
GW: Gibt es bei Euch personelle Verflechtungen
zu DAS ICH und wie steht Ihr zu Ihrer Musik? Mario: Personelle Verflechtungen gibt es nicht.
Klar, dass an Bruno Kramm in der Schwarzen Szene keiner vorbeikommt, so dass
wir uns vor drei Jahren mal mit dem Gedanken getragen hatten, einen unserer
Songs von ihm remixen zu lassen, um die CD besser promoten zu können. Das
haben wir aber letztendlich nicht gemacht. Das hat aber mit dem Contest und dem
Gewinn des selbigen nichts zu tun. Wir hatten seitdem keinen Kontakt mehr mit
Bruno und auch während des Contests nicht. Das einzige, was wir bekamen,
war eine Bestätigungsmail, dass unser Remix eingegangen ist. Es ging also
fair zu, was in der Musikbranche nicht wirklich üblich ist. Was die Musik
von DAS ICH angeht, so sind wir schon seit Jahren Fans von Ackermann und Kramm.
GW: Wie muss man sich als
musikalischer Laie das Anfertigen eines Remixes vorstellen? Was hat es mit den
"Remix-Tools" auf sich?
Mario: DAS ICH stellten die Gesangsspuren und die
Midi Daten des Stücks auf Ihrer Website zum Download bereit. Man muss sich
das so vorstellen, man bekommt ein Notenblatt und Stefans cleanen Gesang, man
verändert dann alles so lange bis man zufrieden ist. Wir haben allerdings
nur den Gesang und den Bass verwendet und den Rest komplett neu
arrangiert.
GW: Es standen drei
Songs vom neuen DAS ICH-Album zur Auswahl. Die meisten Remixer haben sich
für "Der Schrei" entschieden, Ihr auch. Gab es einen speziellen Grund
dafür? Mario: Wir fanden, dass
"Der Schrei" besser zu THE ANCIENT GALLERY passt, wir also besser unseren Sound
auf den Song anpassen konnten. Darüber hinaus ist es immer sehr schwierig
Evergreens zu remixen.
GW:
Was glaubt Ihr, warum Ihr den Wettbewerb gewonnen
habt? Mario: Ein ganz wichtiger
Grund sind sicherlich unsere Fans gewesen. Aber wir haben über 600 Stimmen
bekommen, es wäre natürlich schön, wenn das alles Fans von uns
wären, aber da sind jede Menge Stimmen von anderen Leuten dabei. Man darf
ja nicht übersehen, dass DAS ICH auch ne Menge Fans haben und die haben
sich offenbar für unseren Remix entschieden. Wir haben also auch
musikalisch überzeugt.
GW:
Welche "Konkurrenzprodukte" möchtet Ihr
hervorheben? Mario: Ich habe mir
(zwangsläufig) nur EUROCIDE angehört, deswegen kann ich keinen
hervorheben.
GW: Ein Remix gibt
dem Song einer anderen Band ein Stück vom musikalischen "Charakter" des
Remixers. Wie würdet Ihr Euren Charakter beschreiben? Gibt es so etwas wie
den typischen THE ANCIENT GALLERY-Sound und wodurch zeichnet sich dieser
aus? Mario: Das ist ein besonders
erfreulicher Punkt. Wer uns ein bissel kennt, der hört bei dem Remix auf
alle Fälle unseren Stil heraus. Und dass dieser einen so großen
Anklang findet, bestärkt uns einmal mehr in unserem Schaffen. Mit unserer
aktuellen CD "Kopfdelay" konnten wir ja trotz hervorragender Kritiken
und namhafter Gastmusiker (wieder) keine Plattenfirma überzeugen, das
bedeutet für uns natürlich eine riesige finanzielle Unsicherheit.
Umso mehr freuen wir uns, dass unser Sound bei den Hörern ankommt, denn
für diese machen wir die Musik und nicht für irgendwelche
Halbgötter in Platin. Unseren typischen Sound würde ich als eine gute
Mischung aus allem Interessanten beschreiben. Was ich damit sagen will ist,
dass wahrscheinlich jeder der uns hört, eine anziehende Seite für
sich findet. Dazu kommt Robins typische Stimme, also außer bei diesem
Remix, und Andys Sägezahngitarre, Dirks handgemachte Loops und
Flächen und meine Bassarbeit.
GW:
Nach diesem Erfolg: Was sind Eure Pläne für die
Zukunft, wie geht es mit der Band weiter? Mario: Als erstes gibt es eine Party. Das ist
sowieso immer schön und wir wollen damit unseren Fans für die
Unterstützung beim Voting danken. Die Party ist am 14. Februar in Dresden
(HOY][32, Hoyerswerdaer Straße 32, Neustadt), der Eintritt ist frei und
für die richtige Stimmung sorgen unsere DJs Cyberpunk_Ind. und Empire. Wir
haben extra den Valentinstag dafür ausgesucht, ein schöner Anlass
danke zu sagen und einander zu lieben und herzen. Ansonsten
wollen wir sehen, dass wir ab und an live
spielen. Irgendwann wollen wir uns auch in die alten Bundesländer begeben,
damit die Leute dort die Chance haben, uns live kennenzulernen. Am
günstigsten wäre sicher eine Supporttour mit einer bekannteren Band
oder Festivalgigs. Beides ist nicht einfach, weil wir ja alles selbst
finanzieren müssen. Nebenbei haben wir uns beim Goetheinstitut angemeldet,
um auf diesem Wege unser Engagement im Ausland zu stärken. Das Interesse
an uns im Ausland ist relativ groß, auch das bestärkt uns in unserer
Arbeit. Ob und wann es ein neues Album von uns geben wird, steht im Moment in
den Sternen, aber "Kopfdelay" ist ja auch gerade erst frisch
herausgekommen.
disorder (debil - das Magazin für neue deutsche Lightkultur)
für GOTHICWORLD
Zum Review:
"Kopfdelay"
Bandpage:
www.theancientgallery.de
Weitere Infos und
Ergebnisse zum Remix-Contest findet Ihr natürlich auf den Seiten von
DAS
ICH
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