interview:
SALTATIO MORTIS "Wer tanzt, stirbt
nicht!"
Mittelalter
rockt! Und das auch ganz ohne modere Instrumente und in diesem Fall auch
fast ohne Gesang. Warum, weshalb und wieso? Lest selbst was Fackel euch zu
sagen hat ...
GW: Als
geschichtlich/metaphysisch ungebildeter Hörer muss ich doch gleich mal
wissen, was Heptessenz eigentlich sein soll... Fackel: Mein Gruß an Euch alle, die Ihr
diese Zeilen lest. Ich bin Die Fackel von Saltatio Mortis und stehe hier Rede
und Antwort. Die Quintessenz ist der lange Zeit vergeblich von
den Alchimisten gesuchte Stein der Weisen. Nach langen Studien hat jedoch
Magister Flux herausgefunden, dass die Essenz von sieben Spielleuten notwendig
ist, um das Maß aller Dinge zu formen. Deshalb wählten wir für
die CD den Titel Heptessenz. Auf diesem Silberling sind all unsere
Erfahrungen vereint, die wir in den über drei Jahren unserer
Zusammenarbeit gemacht haben.
GW:
Beim letzten Album habt ihr mit Elektronik experimentiert, und
nun geht es akustisch und sogar instrumental zu. Zwei Standbeine oder werdet
ihr euch zukünftig einen Weg fokussieren? Fackel: Saltatio Mortis wird auch in Zukunft
zwei Gesichter haben. So werden wir sowohl mit natürlicher
Musik auf Mittelaltermärkten, als auch mit elektronisch unterstützter
Musik auf Rockbühnen zu sehen sein. Beide Arten von Musik machen uns so
unheimlich viel Spaß, dass wir keine davon vermissen wollten
...
GW: Die
Idee ist nicht neu, Tanzwut/Corvus Corax beispielsweise tun das unter zwei
Namen ... Fackel: Wir tun das
deshalb unter ein und demselben Namen, weil wir der Meinung sind, dass beide
Stile den für Saltatio Mortis typischen Klang beinhalten und deshalb
untrennbar sind.
GW: Mittelalter
meets Rock/Metal war ein großer Trend vor ein paar Jahren, diejenigen die
damals am Drücker waren sind heute ziemlich groß... seid ihr ein
bisschen zu spät dran? Fackel:
Das würde ich nicht sagen. Zu spät wären wir dann,
wenn der Trend schon vorbei wäre. Tatsächlich kommen aber in letzter
Zeit immer mehr Bands in dieser Richtung auf, was die Szene enorm
belebt.
GW: Schränkt es die
klassische Instrumentierung mit Dudelsack etc. nicht ziemlich ein was das
Songwriting angeht? Fackel: Im
Bereich Mittelalter gibt es da gar keine Probleme, da die alten Stücke ja
genau für diese Art von Instrumenten komponiert wurde. Im modernen Bereich
sieht das schon etwas anders aus. Unsere Dudelsäcke und Schalmeien sind
nicht für jeden Tonartwechsel geeignet. Aber da haben wir ja auch andere
Instrumente, die nicht an Tonarten gebunden sind. Bisher haben wir jede Melodie
gespielt, die wir spielen wollten.
GW: Was macht eigentlich euer Sänger wenn
er nicht singen darf? Fackel: Alea,
der Bescheidene, ist, neben seinen guten Qualitäten als Sänger, der
zur Zeit wahre Wunder vollbringt, auch ein meisterhafter Dudelsack- und
Schalmeispieler.
GW: Die
DAC-Charts als ein grobes Stimmungsbarometer... euer Album hat es
hineingeschafft. Rechnet man mit so was? Fackel: Dass wir mit der Heptessenz
in den DAC-Charts auf Platz 8 gelandet sind, kam für uns, ehrlich gesagt,
auch etwas überraschend. Schließlich haben wir diese CD unter
unserem, dafür neu gegründeten, eigenen Label produziert und selbst,
mit der Hilfe von Heartbeat-Propaganda, promotet.
GW: Gänzlich ohne Texte ist es schwer
eine gewissen Tiefe zu vermitteln und dennoch schnell ins Ohr zu gehen. Was
also soll den Hörer an eurem Album fesseln? Fackel: Die Lebhaftigkeit, mit der wir die
Stücke auf der Heptessenz spielen und die Art, wie wir die
Instrumente wirken lassen, sollten wohl in der Lage sein, den Hörer in den
Bann zu ziehen. Außerdem haben unsere beiden Trommler, Lasterbalg, der
Lästerliche und Thoron Trommelfeuer, dem ganzen eine Rhythmik verpasst,
die, trotz ihrer Ausgefeiltheit, sehr gut tanzbar ist.
GW: Eure Musik wirkt live
(wie ich selber erleben durfte) deutlich authentischer als von CD. Wie
fühlt man sich im Studio, wenn es grade bei eurer Musik darum geht auch
ein bisschen Lebensgefühl dieser Zeit einzufangen? Fackel: Live wirkt unsere Musik natürlich
viel lebendiger. Allein schon deshalb, weil wir da ja auch die Möglichkeit
haben, direkt auf das Publikum einzugehen. Man muss sich eben einfach beim
Einspielen im Studio vorstellen, man stünde auf einem Mittelaltermarkt vor
einem tanzenden Publikum. Dann überträgt sich diese Stimmung auch auf
die Musik.
GW: Ihr werdet mit
etlichen Heavy Metal Combos auf Tour gehen... mit welchen Gefühlen seht
ihr dem doch wohl eher zottelhaarigen Publikum entgegen? Fackel: Wir sind in der Tat gespannt, wie dieses
Publikum, aber auch die Bands selbst, auf uns reagieren. Wir haben ja schon
vereinzelte Hörer dieser Art von Musik als Fans gewonnen. Letztendlich
sind es Leute, die gerne feiern. Und da unsere Konzerte Mega-Parties sind,
können sie es dort ungeniert tun.
GW: Trennt ihr bei Liveauftritten die Inhalte
der beiden CD´s oder spielt ihr das wonach euch grade ist? Fackel: Wir haben in unserem modernen
Programm ein paar Stück aus unserem Mittelalterprogramm integriert, die
wir dafür extra etwas umarrangiert haben. Andersherum haben wir das
allerdings noch nicht getan. Aber was nicht ist...!
GW: Letzte Worte, Ideen,
Anmerkungen... Fackel: Vielen Dank
für Dein Interesse. Ich hoffe, möglichst viele von Euch auf einem
oder mehreren unserer Konzerte sehen zu können. Ihr könnt uns auch
auf unserer Homepage besuchen! Dort sind neben vielen Informationen über
uns, unsere Musik und das Mittelalter auch all unsere Termine aufgelistet. Wir
haben einen Online-Shop und freuen uns über jeden Eintrag in unser
Gästebuch. Gehabt Euch wohl und vergesst niemals: Wer tanzt, stirbt
nicht!
Torben (METAL inside) für
GOTHICWORLD
Zum Review
"Heptessenz" Homepage:
http://www.saltatio-mortis.com
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