interview:
TIAMAT - "... Ich hasse Texte die sofort
offensichtlich alles verraten ..."
TIAMAT waren und sind nie einfach gewesen und haben sich bis
hin zum aktuellen Output "Judas Christ" konsequent neue musikalische Horizonte
erschlossen. Trotz oder gerade deshalb genießen TIAMAT absoluten
Kult-Status und Verfügen über eine riesige Fangemeinde weltweit quer
durch die Genres verteilt. Nach einer mehr als erfolgreichen Tour durch
ausverkaufte Hallen mit MOONSPELL und FLOWING TEARS stand uns TIAMAT-Bassist
Anders Rede und Antwort:
GW: Hi und vielen
Dank, daß Du Dir Zeit nimmst ein paar Fragen zu
beantworten!
Anders: Kein
Problem!
GW:
Seid Eurem steten Wandel weg vom reinen, puren Metal, hin zum modernen
Goth/Rock fragen viele Fans der ersten Stunde Warum?.
Mittlerweile sollten eigentlich alle Fragen beantwortet sein. Doch wie
steht Ihr zu den Fans die immer noch den alten Zeiten nachtrauern und auf die
Rückkehr zu Wildhoney oder Clouds
warten?
Anders: Nun ich denke
Sie werden das Warten bereits aufgegeben haben
Es ist sinnlos etwas
zu tun, was man schon getan hat. Wo ist da der Ansporn? Tiamat ist an steter
Weiterentwicklung interessiert. Gleichzeitig denke ich, dass wir momentan
deutlich besser sind als wir es je zu Death Metal Zeiten waren. Es gibt viel
bessere Metal Bands als wir es waren, deshalb denke ich nicht das es je ein
"Wildhoney Part 2" geben wird.
GW:Judas Christ wurde im PUK
Studio in Kopenhagen, Dänemark aufgenommen. Wieso der Wechsel vom viel
gerühmten deutschen Woodland Studio zum PUK?
Anders: Johan und wir fühlten, dass es Zeit
für einen Wechsel war. Woodhouse ist ein absolut fantastisches Studio und
das nächste Album wird sicher dort eingespielt, aber ich rate jeder Band
von Zeit zu Zeit das Studio zu wechseln, allein der Herausforderung wegen. Es
war sehr angenehm herauszufinden was man am Woodhouse Studio hat und was nicht.
Das PUK war eine Art Test für uns.
GW: Das PUK Studio ist weltberühmt
für Klassiker von Bands wie Depeche Mode oder Sisters of Mercy um nur
einige zu nennen
War das auch ein Grund und wie wirkte sich diese
Studiohistorie auf die Band aus?
Anders: Nun bei der Wahl des Studios passte
einfach alles. Wir mögen es weit weg von Zuhause aufzunehmen und aus dem
täglichen Trott raus zukommen, einfach jegliche Ablenkung
auszuschließen. Gleichzeitig war die Frau unseres Produzenten Lars Nissen
schwanger, also ergriffen wir die Chance beim Schopf und blieben alle in
Dänemark! Gleichzeitig war es natürlich verdammt cool in einer
Umgebung zu sein, die so viele unglaubliche Scheiben geschaffen
hat!
GW: Was ist die Geschichte
hinter dem Titel Judas Christ. Es wirkt leicht
blasphemisch auf Christen
Anders: So sollte es sein! Es ist ein Weg
zurück zu unserer lyrischen Vergangenheit. Es schien damals niemandem
aufzufallen, aber wir genießen es auf diese Art den Leuten auf die
Füße zu treten! Natürlich bieten sich religiöse Themen
perfekt an verwendet zu werden. Sie sind voller Symbole und können gut am
täglichen Leben gemessen werden.
GW: Ist Religion generell das Thema auf
Judas Christ?
Anders: Es ist ein Teil. Johans Texte können
für jeden etwas anderes bedeuten. Ich finde das großartig, ich hasse
Texte die sofort offensichtlich alles verraten.
GW: The Return of the Son of
Nothing ist der religiös Kritischteste auf dem neuen Album. Was ist
der Hintergrund?
Anders: Er
handelt davon wie dumm und rückständig es ist auf so was wie die
Wiedergeburt Jesu zu warten, wenn es noch nicht mal klar ist, ob es
überhaupt eine Geburt Jesu gab! Gleichzeitig spielen wir auf die Dummheit
von Menschen an, die ewig in die Vergangenheit schauen und danach
leben.
GW: Versucht Ihr eine
spezielle Message durch die neuen Songs zu vermitteln?
Anders: Nein, nicht wirklich. Lese die Texte,
mache Dir Gedanken und ziehe Deine Schlüsse. Damit liegst Du bei Tiamat
immer richtig.
GW: Habt Ihr nach
Eurer Tour mit Moonspell und Flowing Tears irgendeine spezielle Stadt in
Deutschland, die Ihr besonders gerne Live besucht?
Anders: Nein, ich mag es überall. Wenn ich
mich entscheiden müsste, würden mir Eure neuen Bundesländer am
ehesten gefallen. Dort ist überall eine geniale Stimmung. Aber wie gesagt,
überall in Deutschland ist es wunderbar zu spielen. Wir fühlen uns
zuhause hier, immerhin besuchen wir Deutschland regelmäßig seit
über 10 Jahren! Es ist eine zweite Heimat geworden!
GW: Danke fürs kurze Gespräch!
Noch eine letzte Message an Eure Fans?
Anders: Ja! Wir hoffen, dass Euch die Tour samt
Album gefallen hat. Wir kommen bald wieder! Und ein riesen DANKE für
die Unterstützung!
Alexander Treder für die
GOTHICWORLD
Homepage:
www.churchoftiamat.com |