Live-Review:
DIORAMA, OTHER
DAY -
31.05.2002, Ekko, Utrecht (NL)
(Fast)Premiere des
neuen Diorama Line-Ups, nachdem die Band bereits wenige Tage zuvor in Gent (B)
ihren ersten Gig in dieser Besetzung bestritten hatte. Da war natürlich
kein Weg zuweit, Torben Wendt und seine Mitstreiter Felix Marc (Keyb., Voc.)
und Bernard Le Sigue (Bass, Voc) livehaftig in Augenschein zu nehmen.
Das "Ekko" ist ein kleiner, aber urgemütlicher Club mitten im
Herzen Utrechts, wo dieses Konzert im Rahmen des "Cyberia-X-Clubs" stattfand
und sich an die beiden Konzerte noch eine "Cybergothic Dancenight" anschloss.
Bevor DIORAMA ihren Set begannen, galt es
OTHER DAY zu bestaunen. Was auf CD eine durchaus angenehme Wirkung
entfaltet, geriet live jedoch schnell zum Langweiler, da sich die
Bühnenshow alleine auf Sänger Sven Schünemann konzentrierte, der
in sich versunken stimmlich zwar überzeugen konnte, doch leider nicht
über das Charisma verfügte, die bis dahin ca. siebzig Anwesenden
durch seine Bühnen-Präsenz zu fesseln. Eine stärkere
Einbeziehung ihrer Backgroundsängerin in die Show der Band würde
zumindest in diesem Falle wahre Wunder wirken. Musikalisch gab es am Auftritt
OTHER DAY´s allerdings nichts auszusetzen und so liessen Songs wie
"Lichthauch" oder "Verblüht an mir in Dir" genügend
Raum für Tagträumereien. Trotz der statischen Show der Band ein
schönes Konzert.
Ganz anders DIORAMA, die in dieser
Besetzung erst ihren zweiten Auftritt absolvierten, dies aber mit einer
Souveränität, die dem mittlerweile gut gefüllten "Ekko"
jeglichen Respekt abnötigte.
Wer DIORAMA live noch
von den Shows im Vorprogramm von Diary of Dreams in Erinnerung hatte, wo Torben
Wendt alleine mit einem Klavier sein akustisches Programm bestritt, der wird
DIORAMA live nun nicht mehr wiedererkennen. Von der ersten Sekunde an
war Abtanzen angesagt, wobei die Songs durch die Hinzunahme eines festen
Bassisten und die hinzugekommenen Backgroundvocals unglaublich an
Klangfülle und an Groove gewannen und Torben Wendt mit seiner
sympathischen Art mehr als einen spitzen Schrei der weiblichen
Zuhörerschaft für sich verbuchen konnte.
"Hla", "E
Minor" oder "Advance" waren nur einige der vielen Highlights der
Show, in deren Verlauf nur ruhigere und getragenere Songs wie "Das Meer"
oder "Belle?" vermißt wurden. Dennoch, in dieser Verfassung, und
da machen auch die neuen und bislang unveröffentlichten Songs keinen
Unterschied, sind DIORAMA nach der selbstauflegten Zwangspause einer der
heissesten Anwärter auf die nächste wirklich große Elektro-Band
aus deutschen Landen. Genial!
Michael Kuhlen (Oblivion) für
GOTHICWORLD
|