interview im Doppelpack:
Mozart (UMBRA ET IMAGO / DRACUL) ASP,
der Schwarze Schmetterling "Zusammen haben wir einfach mindestens doppelt
Spaß!"
Mozart, seines Zeichens Mastermind von UMBRA ET IMAGO
und DRACUL und ASP, der Schwarze Schmetterling sind ja zwei, die in der
Vergangenheit schon oft und gerne gemeinsame Sachen mit befreundeten
Künstlern unternommen haben und die Zusammenarbeit der beiden ist
mittlerweile mit gegenseitigen Gastauftritten, die gemeinsame "Nosferatu"-Tour
im April diesen Jahres und zusammen ausgefochtene DJ Battles (u.a.
Goth-O-Mania) ja auch schon beachtlich lang. Ende Juni trafen sich ASP und
Mozart zu Aufnahmen im Karlruher Spirit Productions-Studio, um gemeinsam an
einem Song zum neuen DRACUL-Album zu werkeln. GothicWorld war dabei und
spach mit den zusammenwirkenden Akteuren über das neue DRACUL-Album, ASP
kürzlich erschienene "Mini-CD", rückblickend auf die gemeinsame Tour
und überhaupt, was da kommt und was da war...
GW: Hallo ihr beiden, freut mich
außerordentlich bei Euch zu Gast sein zu dürfen. Ist besonders
spannend, da so ein Doppel-Interview eine echte Premiere für mich und die
GW ist, also bitte nicht alle durcheinander! Zunächst ein paar Fragen
an Mozart. Vielleicht ein kleiner Rückblick auf Euer letztes Album "Dunkle
Energie" und die kürzlich absolvierte "Nosferatu"-Tour zusammen mit
TANZWUT und ASP. Zufrieden mit der Resonanz auf Euer letztes
Album? Mozart: Also was das Album
betrifft, war es von den Reaktionen wie von den Absatzzahlen das bisher
erfolgreichste UMBRA ET IMAGO-Album und dies bestätigte sich für uns
selbst überraschend auf der "Nosferatu"-Tour. Wir waren ja schon im
Oktober letzten Jahres auf einer kurzen Clubtour, die schon viel früher
verlängert werden sollte. Das hat aber alles aus verschiedenen
Gründen nicht so geklappt wie geplant. So haben wir uns ein halbes Jahr
später entschlossen das alles nachzuholen um mit TANZWUT und ASP zusammen
diese Tour durchzuführen. Eigentlich ein großes finanzielles zumal
wir beide kein wirklich aktuelles Album am Start hatten. So waren wir selbst
von den hohen Besucherzahlen und dem unglaublichen Feedback der Fans
überrascht. Wir hatten zwar auch ein, zwei Dates vor kleinem Publikum
dabei wie in Osnabrück, aber das war uns von vornherein klar, daß es
im Norden, wie wir so gut wie noch nie gespielt haben, sehr schlechte Karten
haben, viel Leute zu ziehen. Und da hat sich das Package ausgezahlt, das dem
Publikum mehr anbieten konnten und für uns vom Kosten- Risikofaktor, als
wenn wir mit UMBRA alleine losgezogen wären.
GW:
Du meinst Package zusammen mit anderen Bands? Mozart: Wirtschaftlich ja nicht unmittelbar,
denn der Aufwand und die Kosten sind ja entsprechend höher, aber bei der
"Nosferatu"-Tour hatten wir das eben nicht nur so geplant und auch
angekündigt, daß wir jetzt nicht einfach drei Bands in Abfolge
auftreten lassen, sondern daß wir eben diesen "dritten Block" entweder
mit TANZWUT und/oder ASP zusammen gemacht haben, in denen zum Teil Mitglieder
von drei verschieden Band gemeinsam auf der Bühne waren. So etwas macht
natürlich neugierig, weil alle wissen, daß da was Einmaliges
passiert. Und das Publikum hat das auch dankend aufgenommen, uns hat es auch
sehr viel Spaß gemacht, also kann man schon von einer gelungenen Tour
sprechen.
GW: Ich hab leider
nicht viel von mitbekommen, da die Termine vorwiegend in den neuen
Bundesländern angesiedelt waren. Hab nur gehört, daß es hier
und da ein paar technische Probleme mit Eueren Bühnenspielzeugen
gab? Mozart: Du spricht da bestimmt
auf den Magdeburg-Gig an. Da muß ich aber dazusagen, das es ja so einen
Brauch gibt, daß die Roadies die Musiker beim Abschlußgig einer
Tour in irgendeiner Weise verarschen. Und das ist warscheinlich aus das,
worüber gerschrieben worden ist, denn die Jungs haben uns beim besagten
Gig wirklich verseppet, das war der Hammer. ASP mußte drunterleiden und
wir auch. Das Publikum selbst kriegt davon meistens zum Glück nicht
allzuviel davon mit, aber die arme Nana haben sie zum Schlß im Käfig
einfach oben hängen lassen und ganz zum Anfang haben sie ein ganz anderes
Intro eingespielt.... ASP: Bei uns lief
statt dem üblichen Intro auch was völlig anderes, wir haben halt ein
Tänzchen drauf gemacht und dann gings wie gewohnt weiter. So gab es einige
Sachen, aber eigentlich nie was Bösartiges, sondern eher lustig. Mozart: Manchmal kriegt du da so seltsame
Einspielung auf die Monitorbox gelegt und du denkst was ist denn letzt los. Das
Publikum kriegt davon meist gar nicht viel mit, höchstens wenn die Jungs
das übertreiben. Bei uns haben sie auch erstmal das Intro unterbrochen und
irgend so ein fieses Metalstück laufen lassen. Manchmal kriegt du es
selbst erst mit, wenn sich solche "Pannen" häufen. Man muß es
einfach mit Humor nehmen. ASP: Ich
muß aber auch sagen, daß die ganze Crew von UMBRA ET IMAGO hat sich
um uns und unsere Belange während der ganzen Tour unglaublich
mitgekümmert. Wir haben uns alle die ganze Zeit unglaublich gut
verstanden, uns so hatten sie am letzten Abend eben auch ihren Spaß mit
uns. Mozart: Aber da merkt mal auch
wieder, daß diese Tour wirklich aus einer Freundschaftsbeziehung heraus
entstanden ist und nicht vom Label oder irgend einer Agentur zusammenkalkuliert
worden ist. Und ich denke, das hat auch das Publikum gespürt.
GW: In dem Zusammenhang fällt mir auch
die Aussage eines hier nicht genannten Künstlers im Interview auf seinen
Supportact ein: "Mir doch egal wer da vor uns spielt..." Sowas ist schon
traurig. Mozart: So kann man das
natürlich sehen, aber wir wollten eine gemeinsame Geschichte aufziehen,
haben zusammen geprobt und den ganzen Aufwand in Kauf genommen und sind, glaube
ich genau deshalb mit so guten Besucherzahlen belohnt worden. Wir hatten
Spaß und das Publikum hat es honoriert. Zusammen haben wir einfach
mindestens doppelt Spaß, was wollen wir mehr?
GW: Nun soll ja eine DVD/Video zur Tour
erscheinen, welche Highlights darf man erwarten? Mozart: Es wird ein komplettes UMBRA-Konzert
drauf sein, aufgezeichnet mit fünf Kameras in Dresden, Strasse-e. Ich war
selbst baff, wie gut alles von der Show rüberkommt. Soundmäßig
Dolby Surround 5.1, das Beste was zur Zeit so basteln kann. Außerdem
gibts noch ne Audio-CD von dem Ganzen und 5 Jahre Bandbiographie auf der DVD
mit Interviewmaterial, Studioeinblicke unter anderem zur Zusammenarbeit mit
Peter Heppner. Für mich war es natürlich selbst sehr interessant, wie
man sich in Sachen Selbstdarstellung und Statements mit der Zeit selbst
verändert und von Jahr zu Jahr eigentlich ruhiger die ganze Sache
angeht.
GW: Wann ist Streetday
für das Teil? Mozart:
7.Oktober ist das Ding in den Läden. Vertrieb über SPV. Aber am 20.
Juli schon gibts die Uraufführung auf Großleinwand hier in der
Kulturruine und anschließend Party mit mir und Felix.
GW: ASP, du hast mir deine
Eindrücke von der Tour ja schon beim EntARTet-Festival in Hanau
erzählt. Zwischenzeitlich wart ihr ja auch auf dem WGT zu sehen, wie war
Euer Eindruck von diesem Jahr in Leipzig? ASP:
Es gibt natürlch erstmal die persönliche Sichtweise als
Künstler, wie man sein Konzert erlebt und dann eben den persönlichen
Gesamteindruck der ganzen Veranstaltung. Also für uns war es ein
unglaublicher Gig! Wir hatten dieses Jahr wegen der Location und unserem
Placement nicht erwartet, den Achtungserfolg als Newcomer, den wir im Vorjahr
hatten nochmal so toppen können. Das Haus Auensee war trotzdem es ja recht
entlegen dem eigentlichen Geschehen liegt so voll und vom ersten Moment an so
am überkochen. Wir hatten einen fantastischen Bühnensound, was bei
solchen Großveranstaltungen ja nicht immer selbstverständlich ist.
Die Leute haben uns abgefeiert. Wenn man merkt, daß in einer doch so
großen gefüllten Halle auch die Leute ganz hinten noch mittanzen und
mitsingen, dann geht die Show halt nochmal umso besser. Was das WGT allgemein
angeht, hatte ich das Gefühl daß die Stimmung diesmal sehr angenehm
und relaxed war.
GW: Letztes
Jahr herrsche ja noch eine gewisse Anspannung, wie es der neue Veranstalter
bewerkstelligt und so weiter ... ASP:
Es gab letztes Jahr ja viel Kritik und man kann über diesen
Veranstalter denken was man möchte, aber ich hatte das Gefühl,
daß sie sich wirklich Gedanken gemacht haben und Dinge, die sie
verändern können auch zum Wohle der Künstler und des Publikums
verändert haben. Klar ist aber auch, daß sie allein aus Gründen
der Sicherheit sich nicht in allen kritisierten Punkten nach den
Besucherwünschen richten können. Aber man hat sich merklich Mühe
gegeben. Was die Bandauswahl betrifft, haben mir dieses Jahr ein bisschen so
richtige Highlights gefehlt, andereseits hat man vielen unbekannteren Acts
somit eine Chance gegeben gehört zu werden. Mozart: Ist halt sicher auch die Frage, wenn man
sich mal vor Augen führt, was die sogenannten Highlights so an Gagen
verlangen und man sollte das WGT auch nicht mit anderen großen Festivals
vergleichen, sondern es ist ein Event zudem sich die Szene trifft und zusammen
feiert. ASP: Ja im Vordergund sollte
stehen, daß sich Leute treffen können, kennenlernen können und
bei Parties und Konzerten Spaß zusammen haben. Und ich hatte das
Gefühl, das haben dieses Jahr eine ganze Menge Leute auch gehabt.
GW: Nun erschien ja auch
kürzlich Euere EP "Zusammenkunft", mit vielen sehr unterschiedlichen
Remixen (Siechtum, Pilori, Dust of Basement, ect.) einer Coverversion von
SAMSAS TRAUM und einigen Gesangs-Duette u.a. mit Sara Noxx und Meister Mozart
hier. Mit 11 Songs und fast ner Stunde Spielzeit hat das Teil ja schon einen
regelrechten "Best of ASP"-Charakter und das schon nach dem zweiten
regulären Album. Was waren die Beweggründe für solch eine fette
"Zusammenkunft"? ASP: Also, "Best
of..." war und ist bestimmt noch eine lange Zeit kein Thema für ASP, nach
zwei Alben wär das schon sehr überheblich. Wir haben in Jahren durch
unsere Arbeit, durch unsere Musik ein paar sehr nette Menschen kennengelernt,
die wenn auch unter ganz verschiedenen Umständen eigentlich alle den
selben Weg gehen. So haben wir zunächst das "Zusammenkunft"-Festival
gemacht, wo wir genau wie mit UMBRA ET IMAGO auf der Tour gemeinsame
Stücke mit unterschiedlichen Bandmitgliedern aufgeführt wurden und
nun eben so eine Geschichte auf einem Album. Eben zu zeigen, das es so etwas
wie einen Zusammenhalt unter verschiedenen Bands geben kann, ohne daß
jemand neidisch ist was der andere erreicht, wie das im Musikbusiness leider
oft der Fall ist. Einfach an einem Strang ziehen, Konzerte zusammen machen,
Songs zusammen zu schreiben, sich auf den anderen einlassen. Das ist die
Intuition, die Idee.
GW: Kurze Unterbrechung! Zu unserem
Doppel-Interview mit Mozart und ASP gesellt sich gerade der gute Lutz, seines
Zeichens Gitarrist und Klangzauberer von UMBRA ET IMAGO und DRACUL. Herzlich
willkommen, Lutz! Na dann machen wir halt einen Dreier hier! Lutz:
Media Control! Aber laßt Euch bloß nicht stören! Macht weiter
wo ihr stehen geblieben seid.
GW:
Weiterhin hat ASP das Wort. ASP:
Ja erstmal war die Musikerauswahl für die "Zusammenkunft"-CDS,
die die auch beim Festival dabei war und im Laufe der Zeit haben sich einfach
noch viel mehr Geschichten ergeben, wie ein gemeinsamer Song mit SARAH NOXX und
einige reine Remixe wie der von CENOBITA oder PILORI, so daß im Endeffekt
soviel Material zusammen gekommen ist, daß das von der Spielzeit her ein
reguläres Album geworden ist. Aber in Absprache mit unserem Label sollte
die "Zusammenkunft" trotzdem, als Geschenk und als Dankeschön für die
Fans zum Preis einer CDS weitergegeben werden.
GW: Trotzdem haben viele Mailorder die CD zum
Albumpreis angeboten.... ASP: Es
kann ja nicht angehen, daß der Künstler und seine Plattenfirma sich
für die Fans so ins Zeug legen, ein preiswertes, wie hochwertiges Produkt
im edlen Digipack zu schaffen und die Händler dann den ganzen Gewinn
einsteichen wollen. Das ist natürlich nich der Sinn der Sache. Bei den
Indie-Mailorder hat meckern geholfen, die Großen kann man als
Künstler leider kaum beeinflussen, schade!
GW: Im Vordergrund stehen natürlich die
Gesangsduette auf "Zusammenkunft". Die Remixe sozusagen die
Beigabe? ASP: Es ist natürlich
aus sehr wichtig uns interessant zu sehen, wie andere Musiker deine Songs sehen
und was sie durch ihr Zutun daraus machen. Und alle haben es wirklich
geschafft, ihre eigene Handschrift mit einzubringen. Bei den Aufnahmen zu den
Duetten war es natürlich noch ein ganz anderer Spannungsfaktor dabei und
wir alle hatten dabei wirklich mit vielen netten Menschen einen
Riesenspaß am Musikmachen.
GW:
Mozart, du warst damals ja auch live dabei, bei der
Zusammenkunft in Frankfurt. Hat es im Studio genau soviel Spaß gemacht?
Mozart: Es war natürlich eine
sehr interessante Erfahrung, sich auf die Ideen anderer Musiker einzulassen.
Viel mehr als nur einen Remix abzuliefern, sondern wirklich zusammen einen Song
neu zu erarbeiten. Live war es für mich natürlich auch sehr
interessante Erfahrung, weil du bei einem so kurzen Gastauftritt deine
Präsenz sofort einbringen mußt, während sich bei eigenen Shows
du ja viel mehr Zeit hast und deine Dramaturgie von Stück zu Stück
aufbauen kannst. War beides spannend!
GW:
Nun seit ihr heute ja auch wieder zusammen im Studio,
nämlich an der Arbeit zum neuen DRACUL-Album. Wie läuft
es? Mozart: Genau das selbe
spannende Ding. Lutz und ich haben uns auch der Herrausforderung gestellt, sich
auf die Arbeitsweise anderer Musiker einzustellen. Und du kannst im Austausch
der Erfahrungen und unterschiedlichen Arbeitsweisen anderer Musiker nur lernen
und profitieren. Wir haben jetzt schon mit Peter Heppner, Ernst Horn und
Tanzwut gearbeitet, jetzt mit ASP. Jeder hat seine eigene Arbeitsweise und
Handschrift und es verhindert, daß du dich in deinem Kämmerchen
immer wieder nur um deine eigene Gewohnheiten drehst und das Produkt für
den Hörer irgendwann mal eine langweilige Selbst-Republikation handelt.
Speziell bei diesem Song, denn wir heute gerade mit ASP zusammen gemacht
war es so, daß wir ASP das Grundthema vorgaben und er dann eigene Ideen
für Texte und Song eingebracht hat. Nun brüten wir gemeisam mit Lutz
über die endgültige Ausführung. Lutz: ASP und Mozart haben beide hier ihren
musikalischen Schwerpunkt in diesem Song, der übrigens "Gothic Blues"
heißen wird. Nun sind wir dabei den optimalen Fluß, die Bridges und
Parts so zusammen zufügen, daß es ein Song aus einem Guß
ergibt. Wobei beide auch Einfluß auf die Parts des Anderen hat, so
daß wir letzendlich alle happy mit dem Ergebnis sind. Sonst gäben
solche Gemeinschaftsprojekte ja keinen Sinn.
GW: Es werden ja noch weitere Künster
auf dem neuen DRACUL-Album zu hören sein. Läuft die Zusammenarbeit
bei allen nach diesem konstuktiven Schema ab? Mozart: Manche Musiker, die wir angefragt haben
und die wir gerne dabei hätten, legen nicht so viel Wert darauf so tief
mit in das Songwriting einzugreifen. Aber viele nehmen die Herausforderung war,
was uns natürlich sehr freut. Das Schwierige an dem ganzen Unterfangen
sehe ich aber jetzt schon, vor allem für unseren Lutz als Produzenten,
nach soviel verschiedenen künstlerischen Einflüssen das gesammte
Album zu einem wirklich runden Ding werden zu lassen. Aber wir haben und ganz
bewußt für diesen schwierigen Weg entscheiden. Remixe macht heute
jeder von jedem, aber gemeinsam mit anderen Künstlern Songs zu schreiben
ist einfach spannender. Lutz: Musik
sollte meier Meinung nach immer zusammen mit mehren Menschen stattfinden. Bei
der ganzen Elektromukke kann im Prinzip einer alles alleine machen, aber ob das
auf Dauer Spaß macht, wage ich zu bezweifeln.
GW: Wie weit ist das Projekt bislang
vorangeschritten und wer ist alles mit von Partie? Mozart: Schon seit längerem haben wir
zusammen mit Ernst Horn (DEINE LAKAIEN / HELIUM VOLA) ein Stück mit vielen
schöne Klassik-Anteilen produziert, jetzt ASP. Zwei, drei Song haben Lutz
und ich schon im Alleingang fertig, dann werden wir mit Felix und einige Leute
von seiner ehemaligen CREMATORY-Truppe was natürlich Heftiges zusammen
machen. Es wird auch noch ein paar Songs mit ausschließlich weiblichem
Gesang geben und außerdem wird Oswald Henke (GOETHES ERBEN) sich in
irgendeiner Form mit einklinken, wie intensief hängt momentan aber noch
von seinem Zeitplan ab.
GW:
Gibts es schon ein Titel für das Teil? Mozart: Titel gibts noch nicht, noch kein Plan.
Ist ja meistens so, daß wenn wir alle Stücke haben, nimmt man halt
irgendwas das fürs Gesamte paßt, oder eben den Titel des
markantesten Songs. Aber soweit sind wir noch nicht. Lutz: Ist auch sehr schwer planbar, die ganze
Geschichte und je nachdem wer sich noch einklinkt in den
Entstehungsprozeß, wir sicher noch einiges Unvorhergesehenes passieren
und manches vielleicht in ganz neue Richtungen gehen. Also, der Ausgang ist
noch völlig offen. Mozart: Stimmt
eigentlich, bei UMBRA ET IMAGO ist eigentlich immer von Anfang an der Titel und
das Leitkonzept da. Hier kann warscheinlich wirklich alles erst entschieden
werden, wenn tatsächlich alles Material zusammen ist. Und dann ergibt sich
der Titel wohl ganz von alleine.
GW:
Wir haben ja schon letztes Jahr im Interview
anläßlich dem Release von "Dunkle Energie" vom den Unterschieden von
UMBRA ET IMAGO und DRACUL gesprochen, und diese werden hiermit auch immer
offensichtlicher.... Mozart: Wir
wollen das auch sehr genau differenzieren, wobei man die Duftmarke des
Sängers halt immer die selbe bleibt. Aber DRCUL ist und bleibt voll
elekronisch und durch die neue Herangehensweise und die vielen Gastsänger
werden sich UMBRA und DRACUL sicherlich noch weiter voneinander entfernen. Das
hat man ja heute schon gesehen, wie ASP sich eingebracht hat und ich nur noch
gestaunt hab, als ich gesehen hab was man mit Lutz alles so machen kann
.... Lutz: (lacht) Ja, neue Besen kehren
gut!
GW:
Schon ein Releasedate angedacht? Mozart:
Wissen wir noch nicht wirklich, weil erstens ist noch nicht fertig,
zweitens gibts vertriebstechnisch zwei, drei Optionen. Aber das sehe ich im
Moment eigentlich ziemlich locker, denn je mehr und je besser das Material,
desto mehr auch die Nachfrage. Also ganz das Motto, das ist das Album, der und
der war auch dabei, habt ihr Bock drauf. Mal sehen, aber ich glaub es wird ein
Fressen für die Vertriebe. Es ist ein Krampf geworden der ganze
Business. Da ist kein Unterschied mehr zu den Bedingungen bei einem Major-Deal,
nur die Beträge um die es sich dreht sind halt bescheidener. Schau,
ist ja kaum mehr die Möglichkeit, so wie hier mit dir zum lockeren
Interview zusammen zu sitzen und ein gemütliches Interview zu führen,
das wird ja nur noch von oberwichtigen Agenturen gemanaged und alles läuft
nach einem sturen Zeitplan ab, wo du eigentlich gar keinen Bock mehr hast, auch
nur auf eine der immergleichen Fragen zu antworten. ASP: Ist ja leider auch mit den etablierten
Magazinen so, daß du ohne fette Anzeigenschaltung keine vernünftigen
redaktionellen Beiträge mehr kriegst. Wir könnten dir da ein paar
Stories erzählen, aber lassen wir das besser. Mozart: Deshalb sind uns die Jungs von den
Internet-Magazinen ja auch so symatisch!
GW:
Ja danke äh, ... wie sind denn die weiteren Pläne
bezüglich UMBRA ET IMAGO? Mozart:
Ab September schreiten wir zu neuen Aufnahmen, Album gibts dann im
Frühjahr 2003. Festivals spielen wir deshalb dieses Jahr nicht viel, da
wir uns jetzt eben auf die Studioarbeit konzentrieren möchten. Lutz: Im Sommer ists im kühlen Studio
angenehmer, als auf den Open-Air-Bühnen rumzuschwitzen! Und ohne aktuelles
Album am Start macht es auch nicht allzuviel Sinn.
GW: Und bei ASP auch nicht mehr viele
Auftritte diesen Sommer, oder? ASP:
Nein, dieses Jahr müssen wir die Zeit wirklich auch für in
paar andere Dinge nutzen, die in letzter Zeit bei Tour- und Promotionstress
etwas zu kurz kamen.Wir wollen uns jetzt endlich ums neue Album kümmern,
ich hab schon wieder so viel neue Ideen im Kopf. Und ich bin so ein Mensch, dem
wenn sich zu viele Ideen anhäufen, und ich nicht die Ruhe habe sie
aufzuschreiben, fange ich langsam an durchzudrehen. Die Ideen zu den Songs sind
dann wie so kleine Dämonen, die auf meiner Schulter sitzen und mich
unaufhörlich um Befreiung anflehen. Es war soviel los rund um ASP die
letzte Zeit, daß mich ständig von dem abgehalten hat, was ich als
Musiker eigentlich am Liebstem mache, nämlich Songs zu schreiben. Ich
werde jetzt sehen, daß ich wieder einen Fuß in die Tür zu
meinem Songwriterleben kriege. Wenn alles so läuft wie wir uns das im
Moment vorstellen, wird es im Dezember eine neue Single geben und dann im
Frühjahr das neue Album.
GW:
Nach dem ":DUETT"-Album im letzten Herbst verschafft Euch die
"Zusammenkunft"-EP sozusagen eine kreative Pause 2002? ASP: Ja klar, das ist natürlich ein Aspekt,
obwohl dafür ja auch einiger Aufwand betrieben werden musste. Wem nutz es
was, jetzt dieses Jahr noch auf die Schnelle ein neues Album zusammen zu
schustern? Denn Fans sicher nicht und uns erst recht nicht. Lieber
konzentrieren wir uns jetzt in Ruh auf ausgreiftes neues Material und mit der
EP gabs in diesem Jahr trotzdem was für die Freunde des Schwarzen
Schmetterlings. Aber abgesehen davon ereignen sich ja laufend noch andere
Sachen, wie zum Beispiel die Live-Geschichte zum Release der neuen CHAMBER-CD.
Sowas muß ja auch erarbeitet werden und wer weiß was sich das Jahr
über noch so alles ergibt.
GW:
So, ich glaube ich bin durch mit meinen Fragen. Noch eine
abschließende Frage an Euch beide, bzw. drei (zum Zeitpunkt des
Interviews wars ja noch offen): Wer wird Fußball-Weltmeister?
(Allgemeines, schallendes Gelächter) Lutz: Also da fragt du genau die
Richtigen! ASP: IIIICH!!!!! Mozart: Also, das ist ein Thema das geht mir so
was von vorbei! Ich hoffe nur, daß die Türken nicht wieder
gewinnen, denn das Gehupe heute hier in Karlsruhe den ganzen Tag war ja so was
von nervig! Die haben gewonnen heute, oder was war da los? Bei Leibe, nichts
gegen die Türken, aber die rasten bei sowas ja völlig aus! Was ich
von dem ganzen Rummel am Rande mitgekommen hab, scheint mir ja schon fast eine
Art Ersatz-Krieg zu sein, was da stattfindet. Da kannst du den Nationalismus so
richtig blühen sehen. Menschen die sich mit ihren Flaggenfarben anmalen
und insbrünstig die Nationalhymnen singen. Und wenn sie verlieren weinen
sie, gestandene Männer die weinend den Platz verlassen ...
GW: Ist ja an sich nichts Schlimmes, aber
warum? Mozart: Vielleicht sollten
wir auch mal so einen Sängerwettstreit beim WGT oder so veranstalten. Ich
will auch mal weinend von der Bühne gehen! ASP
& Lutz: Buuuuuuhuuuuhuuuuuuuhuuuuuuuu!!!!!!!!!!
GW: Da wir hier keine Taschentücher
haben, beenden wir jetzt lieber dieses Interview und gehen in die heiligen
Katakomben der Kulturuine raus, wo gerade Ronan Harris (VNV Nation) seine Beats
schmettern läßt! Hab Dank für dieses Interview! Mozart: Wollt ich auch gerade vorschlagen! Prost
und wir haben zu danken! Lutz: Ja
klasse! Du zahlst! ASP: Was ich? Nein
Mozi ist dran! Mozart: Kann gar nicht
sein, ich war letzes Mal! Lutz ist dran! ... Lutz:
Noch ein Wort und ich lösch die Festplatte! Mozart
& ASP: Ich zahle!!!
GW:
Hach, sind sie nicht köstlich??!!! Nun, wir tauchten also
hinein in die DIGITAL JOY-Party und hatten noch viel Spaß den Abend in
der Kulturruine.
Sir
Ritchie für GOTHICWORLD
Fotomaterial mit freundlicher
Genehmigung von www.singchild.de Review zu ASP
"Zusammenkunft" Review zu ASP
":Duett" Review zu UMBRA ET IMAGO
"Dunkle Energie"
www.umbraetimago.de www.schwarzer-schmetterling.de
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