interview:
ORPLID "... von "alten Werten" weiß ich
wirklich nichts; eigene Werte streben wir an!"
GW: Hallo! Euch gibt es ja doch schon seit ein
paar Tagen, aber für alle die Euch noch nicht kennen (so auch für
mich!) erzählt Ihr vielleicht mal kurz wie alles anfing? (Speziell auch
solche Sachen, ob ihr eine klassische, musikalische Ausbildung habt! Was man
bei Euren Stimmen und Eurer Musik ja fast vermuten könnte! Und warum
gerade solche Musik und nicht etwas ganz anderes!) Uwe: Frank Machau und ich gründeten im
Sommer des Jahres 1996 ORPLID nachdem wir mit unserem metallischen Projekt
RÜCKGRAT an unvermeidbare schöpferische Grenzen stießen, da
sämtliche musikalischen und menschlichen Extreme ausgereizt waren. Auf
der Suche nach neuen künstlerischen Horizonten, noch mit jugendlicher
Unbefangenheit gewappnet, entstand Lied um Lied und während Frank emsig
musizierte, mußte ich mich notgedrungen, weil man ja nun bei dieser Art
von Musik zwangsläufig die Texte verstehen konnte, als Dichter versuchen.
Im Winter des Jahres 1997 kam unser Debüt "Orplid" auf den Markt,
welches später unter weitaus größerer Publizität und um
drei Bonus-Titeln bereichert nochmals von Prophecy Productions
veröffentlicht wurde. Streng genommen sind Frank und ich in jeder Hinsicht
Autodidakten, was ja bekanntermaßen nicht unbedingt von Nachteil sein
muß. Warum wir gerade solche Musik veröffentlichen? Wenn
nicht wir, wer sonst?
GW: Du
sagst dass Ihr mit dem Heavy Metal an unvermeidbare Grenzen gestossen seid. Der
Sprung ist ja schon ziemlich groß.... Welche Grenzen loten ORPLID
jetzt aus? Uwe: Heute, wie damals,
nur unter Zuhilfenahme anderer musikalischer Mittel verfolgten wir nur ein
Ziel; Verwirklichung nach bestem Gewissen. Aus diesem subjektiven Blickwinkel
gesehen, gibt es keinen Unterschied zwischen unseren Schaffensphasen.
Heute, wie damals loten wir unsere Grenzen nach diesem Gesichtspunkt aus.
Letztlich ist es Aufgabe des Hörers, ein Urteil über Unterschied und
Qualität zu fällen!
GW:
Mit Prophecy Productions habt ihr ja übrigens ein kleines,
aber sehr feines Label gefunden, das ja zum größtenteil sehr
kreative Musikexperimente veröffentlicht, wenn auch oft aus dem
Metall-Bereich. (Dornenreich, Bethlehem...) Sind die Leute von Prophecy auf
Euch, oder Ihr auf sie zu gekommen? Uwe:
Potz-Blitz; ich dachte wir hätte es endlich geschafft bei
einer großen Plattenfirma unterzukommen! Da muß ich gleich mal bei
Herrn Koller anrufen, um eine sofortige Ausweitung seines Klangimperiums zu
veranlassen! Ansonsten freue ich mich über den zunehmenden Erfolg von
PROPHECY und unserer Kollegen. Die aktuelle Veröffentlichung von
ANTIMATTER gefällt mir zum Beispiel äußerst gut. Von
unserer ersten Plattenfirma wurden wir zu PROPHECY PRODUCTIONS vermittelt. Nach
zaghaften Annäherungen auf telefonischem Wege, mischten sich neben den
geschäftlichen Dingen schnell menschliche Töne in den gemeinsamen
Dialog, der zum Wave-Gothic-Treffen, an der Bar der Moritzbastei zu
morgendlicher Stunde in lyrische Höhen gipfelte; Wir sangen gemeinsam
Lieder von MANOWAR!
GW: Ihr kommt
aus dem schönen Städtchen Halle/Saale... kann man eigentlich
sagen, das die Umgebung, die Wälder, der Fluß, die wunderbare
Altstadt eine ziemliche Auswirkung auf Eure Musik haben? Immerhin ist Halle
eine sehr alte Stadt, und dann auch noch dieser kulturelle Background.
(Kunsthochschule Burg Giebichenstein, Bauhaus-Ableger!) Uwe: Die Aussage bezüglich unseres
gemeinsamen Wohnsitzes ist leider nur noch zum Teil richtig, denn Franks
Lebensweg führte vor längerer Zeit gen Dresden. Einen
schöpferisch anregenden Hintergrund in der kulturell verödeten
Saale-Metropole vermag ich nicht zu registrieren. An der genannten
Kunsthochschule stellte ich meinen Adonisleib vor Jahren für eine
Bildhauerklasse zur Verfügung, was aber nicht mir, sondern scheinbar nur
einem heißblütigen Studentenmädel menschliche Impulse
einbrachte, denn eine der Büsten fand sich eines Morgens mit zahlreichen
Lippenstiftspuren verziert vor. Im Nachhinein habe ich mich geärgert,
daß die holde Dame ihren fehlgeleiteten Trieb nicht an einer Statue
ausgelebt hat, denn mich hätte wirklich interessiert, wo sich sonst noch
Spuren ihrer heimlichen Leidenschaft vorgefunden hätten. Burg
Giebichenstein; dort herrscht, wie überall in Deutschland, der gleiche,
jegliche Dynamik hemmende 68`er Lehrmief, um nicht vom allgemeinen Deutschen
Krampf schlechthin zu sprechen, und meine kulturellen Exkursionen
beschränken sich wegen des preiswerten Essens einzig und allein auf die
schulinterne Mensa. Ansonsten möchte ich, obwohl das eigentliche Herz
meines spirituellen Reiches in Merseburg schlägt, den inspirierenden
Einfluß der hallischen Gegend, der hiesigen Naturstimmungen und eines
wunderbaren Heimatgefühls nicht verleugnen. Oft schlürfe ich im
Gasthaus "Zum Mohr", auf dem Stammplatz des guten Herrn Eichendorffs
genüßlich sinnend manch kühles Bierchen, wandere nächtens
entlang der Saale, auf mir schon urvertrauten Wegen, die Novalis, Goethe und
Tieck einst beschritten. Der lokalen Legendenvielfalt haben wir übrigens
längst unsere Ehrerbietung dargebracht. "Der Merseburger Rabe" und "Der
Götter Gnade" wurden vor längerer Zeit in fast balladenhafter Sprach-
und Liedform von ORPLID vertont. Leider ist letztgenanntes Stück nahezu
unbekannt, obwohl es aus meiner Sicht- Frank wird es sicherlich anders sehen -
eines der schönsten und wichtigsten Lieder unseres Repertoires ist.
Inhaltlich geht es darin um den Freiheitskampf eines slawischen Fürsten,
der sich der Zwangschristianisierung und geistigen Unterjochung während
des Eroberungskrieges von Karl dem Großen widersetzte.
GW: Ich habe mich wohl von meinen
Erinnerungen hinreißen lassen... habe 1990 mal ein paar Wochen in Halle
verbracht und hatte dort viel mit Studenten von der Burg zu tun. Fand das
eigentlich sehr inspirierend, obwohl Du mit einem Recht hast! Schon damals
sagten die meisten von Denen, dass die Kunsthochschulen oft genug
handwerkliches Können und wirkliche Kreativität eher hemmen. (Was
mich auch an diese Karikatur erinnert, in der Kunsthochschulen darauf
hingewiesen werden, dass jeder abgewiesene Kunststudent ein zukünftiger
Adolf Hitler sein könnte, und ob sie sich dieser Verantwortung wirklich
stellen können!?) Aber zurück zu ORPLID! Ist "Neofolk" ein
bißchen auch eine Flucht aus der harten, realen, kalten Welt? Man gewinnt
ein wenig den Eindruck, dieses Rückbesinnen auf alte Werte,
Naturbeschreibungen, voller Sehnsucht, von einer Natur die es so ja doch gar
nicht mehr gibt...Auch die Verwendung der deutschen Sprache, vor allem in ihrer
sehr poetischen, fast alt klingenden Form. So das man eigentlich kaum noch
unterscheiden kann, ob die Texte nun von Euch, oder alten Dichtern sind. (Was
ich übrigens sehr bewundernswert finde!) Uwe: Flucht aus der Realität? Schon als
halbwegs geistig gereifter Mensch lebt man in seiner eigenen Gedankenwelt, von
welcher die sogenannte "Realität" bestenfalls nur einen Bruchteil
einnehmen kann! Insofern stört mich die angeblich "harte, reale, kalte
Welt" überhaupt nicht. Ich registriere sie nur! Inspirierender wäre
es sicherlich für mich, wenn meine Umwelt tatsächlich hart, kalt und
real wäre. Aber umher registriere ich nur Stagnation, bürgerliche
Banalität, tausendfach sich wiederholende langweilige soziale Mechanismen
samt ihrer stumpfsinnigen und widernatürlichen Regeln oder kulturelle
Perversionen, die mich je nach Laune erheitern oder deprimieren. Ich war
noch nie ein sonderlich guter Akteur im gesellschaftlichen Schattentheater,
habe es bisher noch nicht mal bis zum Besitz einer Fahrerlaubnis oder eines
Funktelefons gebracht und bin im hoffentlich positiven Sinne "weltfremd" genug,
um fern des Konsumwahns menschlich bleiben. Von einem Besinnen auf "alte Werte"
im Zusammenhang mit ORPLID ist mir nichts bekannt. Ja, von "alten Werten"
weiß ich wirklich nichts; eigene Werte streben wir an!
GW: Mit den alten Werten meinte ich auch eher
die textliche Ebene. Lyrics innerhalb einer Musik sind heutzutage genauso
verschieden wie ihre Musik selbst. Oft genug nur klischeehaft, plakativ,
oberflächlich oder kitschig. Genau das seit Ihr nicht!! Aber die Wortwahl,
die Intonation, die Sprachbilder sind schon sehr klassisch, sehr "alt"! Du
wirst ja nicht ohne Grund die oben genannten Dichter erwähnen.
Uwe: Natürlich halte ich an
den klassischen Sprachbildern fest; insofern hast Du recht! Jedoch würde
ich meine Art der Sprache nicht "alt" nennen. Der zwangsurbanisierte Mensch hat
es schlichtweg vergessen, daß (unsere) Sprache einen sinnvollen Klang
hat.
GW: Ich werde jetzt mal ein
Stück provokanter! Du erwähnst die Stagnation, die Banalität,
die langweiligen sozialen Mechanismen... usw. Müsstest Du dann nicht
kritischere, härtere Texte schreiben? Ist es nicht doch eine Flucht in die
Poesie, in die Schönheit der Natur, die man ja gerade an der (Leider!)
völlig verseuchten Saale nicht mehr so erlebt. Was inspiriert Dich
nun? Du hast in einem anderen Interview erwähnt das Du jetzt auch als
Schriftsteller aktiv werden wirst. Hat Dich das Schreiben jetzt gepackt? Wenn
ja, was genau daran? (Ich stelle diese Frage, weil ich ja selber schreibe!
Gedichte, Geschichten, Prosa, einen Roman.... nicht nur diese Reviews und
Interviews!) Uwe: Wie ich schon in
der vorherigen Antwort bemerkte, lebt jeder halbwegs geistig gereifte Mensch in
seiner eigenen Gedankenwelt. Das heißt auch, daß er im Kreis SEINER
REALITÄT durchs Leben schreitet. Warum sollte ich MEINER REALITÄT
entfliehen, mich in schöngeistige Gespinste einweben und meiner
Verantwortung als Mensch und Künstler entsagen? So wie ich die Dinge sehe,
gebe ich sie auch wieder! Allerdings verleitet mich diese Sichtweise auch zu
manchem lyrischen, möglicherweise "sozialkritisch" zu nennenden
Ausrutscher, wie nachstehendes Gedicht beweist, das nach dem fruchtlosen Besuch
einer Diskothek entstand und auch wegweisend für meine zukünftige
schriftstellerische Arbeit ist;
Lebensweisheit
Ich bin der Aljoscha und komme aus Wedding; Daß liegt
irgendwo an der Spree. Ich geh gern auf Partys und mache dort Petting,
Weils fetzt und es tut keinem weh!
Damit du echt lässig auch
funny kannst werden, Geb ich dir mal jetzt einen Tipp; Du mußt,
wenn du geil sein willst ohne Beschwerden, Erst cutten den störenden
Slip!
Befummle die Puppe, umgrapsch ihre Hüften, Erspar dir
bloß jedes Trara, Sei einfach nur easy, dann kannst du auch
lüften Den totchicen Push-Up BH.
Und fehlt ihr der Busen, dann
werde nicht stutzig, Dann kuschle dich fester noch ran, Im
Partygedränge, voll krass, aber putzig, Begegnet dir auch mancher
Mann.
Kann sein das es cool ist, dich wird keiner dissen, Die Liebe
ist frei- oder so, Vielleicht geht ihr später noch freundschaftlich
pissen Und raucht einen Joint auf dem Klo?
GW: Neben den Natur- und
Stimmungsbeschreibungen, finden sich vor allem auch eine Menge religiöse
Themen auf Eurer aktuellen CD. Welchen Bezug habt ihr zu diesem Thema? Ist es
nur eine Art von Faszination, Mystik, ein Spiel mit Symbolen und Metaphern oder
wirklich ein religiöser Hintergrund? (Womit ich nicht die
Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft, Kirche und/oder Sekte
meine!) Uwe: Ich bin ein zutiefst
religiöser Mensch! Schon seit meinen frühesten Kindertagen bete ich
eine fernöstliche Gottheit an, die in den ehrwürdigen Schriftrollen
des weisen Aquarius M. OPERCULARIS genannt wird. Kaum das er mich in einer
tagtraumhellen Vision azurenen Auges verzauberte, ließ ich mir von meinem
Vater einen gläsernen Altar bauen, goß geweihtes Wasser hinein und
besorgte mir mit feierlichem Schweigen alle, für die alltäglichen
Riten benötigten Devotionalien. Männlichkeit und Kriegertum
verkörpert dieser kämpferische Geselle. Er behütet mit
flammenroten, geschupptem Harnisch, bereit bis zur Selbstaufopferung zu
kämpfen, das Mysterium seiner Schönheit! Wenige Eingeweihte wissen;
Wer seiner kosmischen Ästhetik erlag, der verharrt gleich mir in
kindlicher Andacht Abend für Abend und betet wortlos im Bannkreis
paradiesischer Stille...
GW:
Zynismus? Ironie? Ich bin etwas erstaunt! Einerseits
prangerst du fehlende Kreativität, den Deutschen Krampf an.... dann
bedingungslose Hingabe an einen Gott? Mit Altar und allem? Oder doch "alte
Werte"? Männlichkeit und bedingungslose Opferbereitschaft, um im Bannkreis
paradiesischer Stille andächtig zu verharren? Wofür opfern? Was ist
es heutzutage wert um sich ihm zu opfern? Liebe? Götter? Auch hatte
ich bei den Texten eher den Eindruck das es sich schon um sehr christliche
Motive handelt. Was ja auch nicht schlecht ist. Deswegen sagte ich auch, dass
ich nicht die Zugehörigkeit zu irgendeiner Gemeinschaft meinte, da
Kirchen, Sekten, religiöse Gemeinschaften eigentlich nie irgendetwas mit
dem zu tun haben, was ich unter Religion, unter GLAUBEN verstehe! Vielleicht
vertiefst Du das doch noch etwas? Uwe:
Mein unerschütterlicher Glaube an das, was M. OPERCULARIS
verkörpert, spielte beim Schreiben der Texte zu unserer aktuellen
Veröffentlichung nur eine hintergründige Rolle. Mehr kann und darf
ich zu IHM, der wie ein Fixstern am Himmel meiner "persönlichen
Mythologie" flammt, nicht sagen...
GW:
Jetzt noch ein etwas heikles Thema: Ich muss zugeben, dass
ich als ich das erste Mal Euer Foto in der aktuellen CD sah etwas schlucken
musste. Ich bin nun wirklich nicht einer von denen, die das Beschäftigen
mit alten, germanischen Mythen, mit Runen und ähnlichem gleich mit Rechts
gleichsetzen. Aber gerade die Neofolk-Szene hat ja dank solcher Bands wie Death
In June oder Sol Invictus, oder auch J.M. Klumb immer wieder mit dem Vorwurf
der rechten Nähe zu kämpfen. Muss man das durch solch ein Outfit noch
unterstützen? Was steht eigentlich auf Euren Koppeln? Uwe: Mein geistiges Auge schweift über das
in morgendlicher Blüte duftende Antlitz meiner Herzensdame, in dessem
schimmernden Liebreiz sich goldene Rasta-Schlangen sonnen... Wir tranken
heute, beim gemeinsamen Frühstück Kaffee aus dem "Eine Welt Laden",
lauschten den Klängen von Bob Marley und schwebten träumend über
die Kringel des im Raum wallenden Zigarettendunstes in eine bessere,
friedlichere Welt! Bin ich jetzt rehabilitiert, frei von sozialer Ächtung?
Zudem wüßte ich nicht, daß ORPLID germanische Mythen zum
Mittelpunkt ihres Schaffens erkoren oder jemals eine ihrer
Veröffentlichungen mit einer Rune verziert hätten, auch wenn dies
klischeegerecht und somit verkaufsfördernd gewesen wäre...
Frank und ich treiben Sport, lassen uns regelmäßig die Haare
scheren und unser Habitus entspricht dem uns eigenen, durch Lebenserfahrungen
gewachsenen Naturell. Was gibt es daran auszusetzen? Warum sollen verschiedene
Frisuren, verschiedene Kleidungsarten sowie verschiedene Weltanschauungen ein
heikles Thema sein? Die Welt bedarf der Vielfalt! Alle lautstark
gepredigten, wurmstichigen Moralkonstrukte des schwächlichen Zeitgeistes
werden brechen! Wahre Kunst lebt und atmet losgelöst von dieser
Gesetzmäßigkeit in ihrem eigenen Reich. Wenn in zehn oder zwanzig
Jahren ein anderes Meinungsregime in Deutschland oder Europa herrschen sollte,
werden wir uns ebenso auf die Souveränität unseres Schaffens berufen,
während die heutigen Kinder der Dekadenz, die sich aus menschlicher
Orientierungslosigkeit als ehrenamtliche Moralapostel verdingen, aller
Wahrscheinlichkeit nach wieder mit den Wölfen heulen werden. Sei es
drum; jeder muß wissen, was er sich wert ist und welcher Idee er sich
verpflichtet fühlt! Wir fühlen uns nur ORPLID verpflichtet! Im
Übrigen höre ich meistenteils grausigsten Black Metal, und obwohl die
Interpreten besagten Musikstils zweifelsohne die modische Eleganz einer
kotbeklecksten Scheißhausfliege aufweisen, kümmert mich deren
Kleiderordnung herzlich wenig, denn schließlich ist es doch die MUSIK,
welche mein Blut in Wallung geraten läßt.
Was auf unseren
Koppeln steht? Franks Hüfte ziert zur anerzogenen Zufriedenheit vieler
Bundesbürger folgender, allseits beliebter und sicherlich als
lebensbejahend einzuschätzender Spruch: "Wir alle sind Amerikaner!",
während auf meiner mondbeschienenen Koppel grasend das Einhorn steht, wild
und unzähmbar, keiner irdischen Wertigkeit untertan! Wer es fangen, und
das letzte Geheimnis um ORPLID ergründen will, der leitet das Ende der
Welt ein. Dies als Warnung an alle Neugierigen!
GW: Wie schon erwähnt, ich gehöre
sicherlich nicht zu denen die... auch das mit den germanischen Mythen war nicht
wortwörtlich gemeint... aber ein bisschen Provokation von Seiten der
"Journallie" sollte schon sein, außerdem denke ich das viel, viel mehr
genau den selben Gedanken haben und wollte hiermit auch die Chance zur
Erklärung bieten. Sag jetzt bitte nicht, dass es Euch egal ist, was andere
denken und ihr nichts erklären wollt. Dann könnte ich auch Anna
Varney interviewen!!*ggg* Uwe: Wer,
bei Wotan, ist Anna Varney?
GW:
Ich verstehe schon was Du mit der angestrebten Vielfalt,
Kreativität und eigenen Meinung, sich scheinbar widersprechender
Weltanschauungen meinst. (Ein Freund von mir, ein sehr guter, hat lange Haare,
sieht wie ein alter Heavy aus, arbeitet für die PDS und steht auf Neofolk.
Er musste sich schon auf einer Parteiversammlung mit Death In June als
Begründung in die rechte Ecke stellen.) Meiner Meinung fördert
Provokation ja auch Gedankenaustausch (jedenfalls bei normalen Menschen, mit
etwas Geist und Intellekt!), was ja dann auch wieder kreativ ist und uns
weiterbringt. Aber weg von dem Thema! Genügend ausgereizt!
Wie
geht es weiter mit ORPLID? Ein paar Live-Auftritte sind ja wohl schon in
Planung. Da ich Euch (leider!) noch nicht live gesehen habe... was erwartet
uns? Uwe: Vorerst mache ich mit
meinem Rasta-Mädchen Flitterwochen auf Jamaica, um mich im Labyrinth der
Korallen und sinnlichen Freuden zu verirren. Nach meiner eventuellen
Rückkehr werden Frank und ich nach alter Manier weiter arbeiten.
Großes wird unsere geschätzte Hörerschaft erwarten. Es gibt
nichts Besseres als mit seiner Kunst zu reifen. Sicherlich werden auch
irgendwann Bühnenpräsentationen Teil dieses Reifungsprozesses sein!
GW: Na dann danke erst mal
für das interessante Gespräch und viel Erfolg bei allem was Ihr
tut.
Thomas Sabottka
für GOTHICWORLD
Review zu
"Nächliche
Jünger"
Homepage:
www.orplid.de Label:
www.prophecy.cd
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