special:
OZZY
OSBOURNE "F***cking Mad" Die Story zu
seinen Songs. (MTV-Buch in Zusammenarbeit mit ROCKBUCH)
144 S.,
120 Farbfotos, Großformat 28 x 21,6 cm, gebunden ISBN:
3-927638-14-5
Ein Buch. Ein richtiges Buch, und das für einen
Menschen, der in der letzten Zeit in erster Linie bei der eher papierscheuen
MTV Generation Pluspunkte gesammelt hat. Und die Macher des Buchs haben das
einzig richtige gemacht. Denn F***cking Mad ist kein
öder Schinken, bei dem mehr oder weniger begabte Buchstabenjongleure
möglichst komplizierte Sätze basteln wollen. Oder in denen
Jahreszahlen und Musikernamen als persönliche Egosteigerung der Autoren in
rauen Mengen auf den völlig überforderten und bald gelangweilten
Leser einprasseln. Zwischen geschätztem Bildanteil von 50% in qualitativ
perfekten Druck wird in locker lesbarem Stil das Leben des Engländers
präsentiert. Eben jenes Engländers, der uns als stolpernder und
tollpatschiger Familienvater regelmäßig in The
Osbournes mit einer Mischung aus Mitleid und Ehrfurcht
unterhält.
F***cking Mad legt seinen
Schwerpunkt auf die einzelnen Alben der Bands BLACK SABBATH, BLIZZARD OF OZZ
und natürlich auf seine Soloveröffentlichungen. Zu den wichtigsten
Songs (wobei das natürlich im Auge des Betrachters liegt) werden kurze
Backgroundstories geliefert, etliche Zitate der Musiker beleuchten die
Entstehungsgeschichte. Und machen das ein ums andere Mal Ozzys Rolle in der
Musik deutlich. Denn grade bei BLACK SABBATH werden Tony Iommi und Geezer
Butler als den kreativen Köpfen, einiger Raum eingeräumt und Ozzys
etwas zielloser Weg zu dieser Zeit deutlich. An einigen Stellen des Buches,
hätte ich mir mehr tiefergehende Passagen gewünscht, denn dass Ozzy
verdrogt bis unter die Hutkrampe war, ist hinlänglich bekannt und sicher
ein dominanter Teil seines Lebens, auf dem hier aber sehr penetrant
herumgeritten wird.
Jedes Kapitel, die Albumweise
gegliedert sind, wird von einem Zitat eines zeitgenössischem Musikers der
Rockszene eingeläutet. Die meisten davon sind interessant, einflussreich
oder wenigstens schillernd, was MUDVAYNE oder STAIND zu sagen haben,
interessiert in diesem Zusammenhang jedoch wohl wenig und lässt den
Eindruck aufkommen, dass große Namen mit zu publizierenden Meinungen
Mangelware waren. Der Fernsehserie wird zum Glück nur wenig Raum gewidmet,
der Beziehung mit Sharon und dem Weg dorthin etwas mehr. Wissen über den
Privatmann Ozzy gibt es dennoch wenig zu erhaschen, einen lockeren und gut
gemachten Überblick über sein musikalisches Schaffen dagegen in einer
angenehmen Form ohne intellektuellen Overkill.
Und nach dem Buch liebt
man diesen Mann noch ein bisschen mehr als man es ohnehin tat, denn wenn
The Osbournes eins aus ihm gemacht haben, dann einen endgültig
unglaublich sympathischen Kerl. Ozzy eben.
Torben (metal-inside) für
GOTHICWORLD
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