CD-REVIEWS:
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PIG:
"Genuine American Monster" CD (Metropolis Records)
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Die Scheibe ist eigentlich schon zwei Jahre alt, nach dem
Mastermind Raymond Watts damit komischerweise aber in Japan die totalen Erfolge
feierte, kommt sie nun auch für den europäischen Markt raus.
Apropros Japan. Manchmal frage ich mich doch ob ich nicht lieber in
einem Land leben möchte wo die EINSTÜRZENDEN NEUBAUTEN oder ALEC
EMPIRE in den Hitparaden ganz weit oben stehen, oder eben Projekte wie
PIG. Alles in allem scheint der Japaner total auf das abzufahren was ein
europäisches Ohr gemeinhin als Krach abstempelt, nur von manch
Verrücktem noch als Kunst bezeichnet wird. So auch hier.
Wer oder
was ist PIG? Raymond Watts, der Mann dahinter, hat mit
legendären Größen der frühen Avantgarde- und
Industrialszene (PSYCHIC TV, KMFDM, FOETUS oder eben NEUBAUTEN)
zusammengearbeitet, da hat Trend Reznor noch in die Hosen geschissen. Da haben
amerikanische Veranstalter schon extra Bodyguards für die PA abgestellt
weil Watts regelmäßig die Endstufen durchknallen ließ.
Also noch mal zum Mitschreiben! Der Mann macht Industrial. Und zwar vom
Feinsten. Nicht diesen mit viel zu viel Heavygitarren versehenen und
irgendwie doch weich gespülten Sound a la NIN. Nein! Bei "Genuine
American Monster" knallt es noch ganz ordentlich, da werden fast
gewöhnliche Melodien aus Sample und Krachorgien zusammengeschraubt, da
gibt es noch Songstrukturen, die man einerseits genüsslich
zerstückelt um sie wieder neu zusammen zu fügen, da steht die
Elektronik noch im Vordergrund und es wird sogar gesungen. Da werden
Ethnofetzen mit Sprachsamples und Noisedrums zusammen gebastelt, da steht der
Schrottplatz noch im Studio und jedes noch so abartige Geräusch ist
Bestandteil einer Melodie. Das ist so gut, anspruchsvoll und zerstörerisch
wie es einst THROBBING GISTLE oder SPK waren und bricht aus heiterem Himmel
beim Song INSIDE plötzlich völlig aus dem Rahmen um einem esoterisch
anmutenden, ellenlangen Filmsoundtrack zu weichen der schon wieder an alte New
Age Nummern erinnert.
Aber wenn PIG bei
"Salambo", eine kubanische Sambanummer mit grunzendem Growling und einer
waren Orgie aus Krachsamples aufgreifen um es schließlich zu
zerstören, dann ist das so genial wie FOETUS in seinen besten Zeiten, wenn
er Swingnummern aus Krach aufbaute, oder COIL die ein Streicherquartett exakt
die Soundlinien nachspielen ließen die sie vorher durch ihre Sequenzer
gejagt hatte und die so weh taten. Und wie diese großen Namen des
wirklichen Industrial, so schafft es auch PIG zu beweisen, das es nur
auf die Instrumentierung ankommt die einen Song komplett verändern
kann.... Oder hat bisher wirklich jemand Freude an diesen besch....
fröhlichen Rhythmus-Havannas gehabt?
Thomas Sabottka für
GOTHICWORLD
"Genuine
American Monster"-Tracklist: 01 - Prayer Praise & Profit 02 -
Roit Religion & Righteousness 03 - Salambo 04 - Whore 05 - Flesh
Fest 06 - Black Brothel 07 - Disrupt Degrade & Devastate 08 -
T.O.M. 09 - A Fete Worse Than Death 10 - Cry Baby 11 - Inside 12 -
Saved Locust Remix
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Kontakt:
www.metropolis-records.com |
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