Live-Review: THE 69 EYES 31.10. MAU Club, Rostock
Was
passt besser zu Halloween als eine Konzerthalle voller Grufties, die
andächtig den Gitarrenklängen ihrer Musikidole lauschen? Also
fand ich mich nach vielem hin und her schließlich doch noch zum Konzert
von THE 69 EYES im MAU-Club in Rostock ein, um das Flair und die
Atmosphäre der Nacht der Geister umgeben von Gleichgesinnten
genießen zu können. Ein Konzert ist halt immer wieder eine tolle
Erfahrung, denn wann kann man sonst Musik mit so vielen Sinnen gleichzeitig
erleben? Allmählich strömten auch immer mehr Musikbegeisterte in die
doch relativ kleine Konzerthalle und so dauerte es nicht mehr lange bis die
Lichter endlich aus- und der Nebel angingen.
Statt der
auf den Tourplakaten angekündigten Vorband SULPHER
begrüßte uns aber die Kölner Goth-Metal-Combo COLUMBIA
OBSTRUCTION BOX (C.O.B.) von der Bühne, die für die letzten vier
Tour-Konzerte für SULPHER einspringen mussten. Die Jungs nutzten
natürlich ihre Chance, legten sich voll ins Zeugs und boten den Zuschauern
ein Konzert der Extra-Klasse dar. Harte Goth-Metal-Sounds, mal schneller, mal
langsamer und dazu eine Stimme, die zwar ein wenig an Peter Steele von TYPE O
NEGATIVE erinnert, aber doch einen ganz eigenen Charakter hat. Der Sänger
selbst erinnerte mich rein optisch an unseren Messias und als er sich mit dem
Mikrofonständer dann noch symbolisch ans Kreuz nagelte, war das Bild
perfekt. Der eigentlich "Augenöffner" war aber der Keyboarder, der
anscheinend zu viel Energie besaß und sich dementsprechend an seinen
Tasten und auf der Bühne ausgelassen hat. Leider war die Playlist der
Kölner ziemlich kurz und damit war der eigentliche Spaß des Abends
auch schon wieder vorbei.
Was dann folgte hat mich nur
enttäuscht und das was ich vorher zu hören bekam bestätigt:
Haben mir die ersten 3 Songs von THE 69 EYES noch richtig gut
gefallen, so wurde das Konzert zunehmend langweiliger, da sich jeder Song wie
der vorherige anhörte und ich irgendwann überhaupt nicht mehr
zwischen den einzelnen Stücken unterscheiden konnte. Musikalisch gesehen
versucht die Band anscheinend mehr und mehr auf der Erfolgsspur einer anderen
sehr bekannten finnischen Truppe mitzufahren und haben daher leider immer
weniger eigenes zu bieten.

Den Anwesenden hat's trotzdem sichtlich gefallen, auch wenn
die Gothics auf Konzerten bekanntermaßen immer etwas zurückhaltender
sind. Ich hatte zwar auch meinen Spaß, aber die 18 Eintritt war's
eigentlich nicht wert. Vielleicht hatten die M'ERA LUNA-Abräumer am
letzten Abend ihrer Tour einfach keine Lust und Energie mehr ...
BlackTear für
GOTHICWORLD
Photos (vom M'Era Luna): Jeffrey Delannoy
(www.schwarze-seiten.de)
Zum Review zu
"Paris
Kills"
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