LIVE-Review:
PRIMAL FEAR, CHILDREN OF BODOM, SACRED STEEL:
17.02.2001, Z7 Pratteln, Schweiz
Als wir um 21:00 im Z7 eintrafen hatte die erste Band
gerade ihren Gig beendet, gemäss Aussagen von Dritten waren SACRED STEEL
nicht der Rede wert, was wie immer mit Vorsicht zu geniessen ist.
Kaum
hatten wir uns an der Bar den ersten Drink genehmigt enterten auch CHILDREN OF
BODOM die Bühne. Gewittermässig knallte der glasklare Sound aus der
PA, die Band fegte wie ein Sturm über die Bühne Alexi Laiho, Gitarist
und Sänger im Mittelpunkt des Orkans. Der kleine Vulkan der Band tobte
über die Bühne und hatte das Publikum von der ersten Minute an im
Griff und brachte die Menge zum toben, selten hatte ich das Z7 bei einer
Vorband oder einem Co-Headliner so mitgehen sehen. Der Sound kam 1:1 wie vom
Band, die Band brachte die kompliziertesten Passagen ohne Abstriche rüber
ohne das etwas eingespielt wurde. Hammermässig war vor allem der Drummer -
vergleichbar nur mit einem Hurricane - der Wahnsinn - Hammer - einfach nur
geil!!!
In den knapp 1 ¼ Stunde brachten CHILDREN OF BODOM nur
Hammertracks ihrer 3 Alben, inzwischen kann die Band aus den Vollen
schöpfen, nachdem man nach ihrem Debütalbum, begeistert war von ihrer
Mischung aus Brutalität und Harmonie, können CHILDREN OF BODOM
inzwischen das ganze Spektrum des Metals abdecken - wobei vor allem die
schnellmetalischen Hymnen mit den vertrackten Gitarrenlicks und dem brutal
genauen und schnellen Keyboardspiel harmonieren. Die Band sprühte fast
über vor Spielfreude und die Fans nahmen es dankbar auf, Track für
Track wurde abgefeiert und erst nach der zweiten Zugabe wurde die Band vom der
Crowd entlassen.
Nach einer
kurzen Umbaupause in der die Bar wie immer belagert, und die
Flüssigkeitsreserven wieder aufgetankt wurden, legten PRIMAL FEAR mit
Ihrem Set los. Schon vom ersten Moment an war klar das PRIMAL FEAR nach
CHILDREN OF BODOM nur verlieren konnten. Ihr eher klassisch beeinflusster Heavy
Metal hatte einfach nicht die Urgewalt die CHILDREN OF BODOM an den Tag gelegt
hatten. Obwohl die Band um Mat Sinner und Sänger Ralf Scheepers - vor
allem er - eine enorme Spielfreude an den Tag legten, konnten sie einfach
nichts mehr draufsetzen. Entsprechend ruhig bzw. zurückhaltend verhielt
sich das Publikum, die Luft war bei den meissten Leuten ziemlich schnell
draussen. Die Band riss ihren Gig routiniert runter und liess sich nichts
anmerken, aber es muss schon frustrierend sein nach einer Band wie CHILDREN OF
BODOM auf die Bühne zu müssen, vor allem wenn man eigentlich 3
bärenstarke Alben im Rucksack - und einen Sänger der Rob Halford an
einem guten Abend locker in die Tasche steckt, vorzuweisen hat.
Als
Fazit des Abends blieb die Feststellung - hätten PRIMAL FEAR vor CHILDREN
OF BODOM gespielt, wären sie und das Publikum besser gefahren - auf jeden
Fall Daumen hoch für CHILDREN OF BODOM, einen Tip an PRIMAL FEAR, sucht
euch nicht so einen jungen, hungrigen Co-Headliner aus und sorry an SACRED
STEEL, daß ich euren Gig verpasst habe.
- Roger Amann (A-Man,
Hall Of Sermon) für die GOTHICWORLD
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