Exclusive
Interview:
L'ÂME IMMORTELLE
GW: Hallo und
danke, dass du dir Zeit für uns nimmst. Thomas: Kein
Problem.
GW: Gleich meine erste Frage: Seid ihr jetzt Popstars? Euer
Album ist ja immerhin auf Platz 48. Thomas: Nee, das hat sich
irgendwie alles so ergeben. Es hätte niemand damit gerechnet und wir haben
auch nicht konkret darauf hin gearbeitet. Auch von der Promomaschinerie her
ging es nicht in die Chartrichtung. Wir haben von der ganzen Promotionline her
versucht, eher in der Basis mehr zu machen, um auch dem letzten Schwarzen im
letzten Dorf von Deutschland davon in Kenntnis zu setzen, dass es
LÂME IMMORTELLE gibt. Und das hat sich gleich positiv auf die
Charts ausgewirkt. Richtige Chartpromotion war es also gar nicht und daher ist
das ganze eher überraschend für uns gekommen, weil die Leute
anscheinend genau auf so ein Album gewartet haben und es dann auch gleich in
großer Stückzahl gekauft haben.
GW: Also wird es kein
Video von euch auf VIVA geben? Thomas: Nö.
GW:
Oder wenigstens auf VIVA II..... ? Thomas: Wer weiß....
zumindest nicht in absehbarer Zeit und wer weis, was sich im nächsten
halben Jahr tut. Wenn die Leute es sehen wollen, dann schließt man so was
nicht aus.
GW: Ich habe gehört, dass ihr alle gesundheitlich
leicht angeschlagen seid? Thomas: Es ist Winter, es ist kalt
draußen. Leicht gesundheitlich angeschlagen sind alle so ein
bisschen verkühlt und da haben wir unsere Medikamentchens. Aber es geht
eigentlich gut weiter. Wir haben bei keinem Gig irgendwelche
größeren Komplikationen gehabt.
GW: Das ist schön.
Dann ist die Tour auch generell in Ordnung gewesen? Thomas: Ja,
sehr in Ordnung.
GW: So, jetzt komm ich zum Album. Da jetzt erst mal
zum Artwork: Die Photos und die Texte, in welchem Zusammenhang muss ich das
sehen? Thomas: Also meinst du das Konzept des Artworks. Es ist
etwas abstrakt. Das Ganze ist ein Gefühlfilm, den ich mit Sonja
ausgearbeitet habe. Der Protagonist liegt in einem Krankenhaus und ist dem Tode
geweiht. In den ersten fünf Songs sinniert er über sein Leben
was er getan hat, was er nicht getan hat. Schließlich stellt er sich die
Frage, warum er gelebt hat. Der zweite Teil beschäftigt sich mit seinem
Kampf gegen den Tod ob er kämpfen soll oder ob er sich kampflos
ergeben soll. Die Gefühle, die er während den Gedanken hat, die sind
in den Bildern festgehalten. Es sind Sinnbilder für die Gefühle, die
dieser Mensch während dieser Situation hat.
GW: Als letzter
Track ist ein Remake eures alten Songs Live will never be the same
again, der ja auch auf eurem ersten Album drauf ist. Das habt ihr jetzt
mit Sean (LONDON AFTER MIDNIGHT) noch mal aufgenommen. Wie hat sich die
Zusammenarbeit gestaltet und wie ist es dazu gekommen? Thomas:
Es war absolut amüsant. Am Anfang, als wir einen Gastsänger gesucht
haben und wollten Live will never be the same again (verspricht
sich zweimal) neu aufnehmen, da uns der Sound von der ersten Platte nicht mehr
gefällt. Und da haben wir gesagt, wenn wir es neu machen, dann komplett
anders. So kam die Idee mit dem Gastsänger. Da wir alle LONDON AFTER
MIDNIGHT ziemlich klasse finden, haben wir gedacht, dass wir doch den Sean
nehmen könnten. Frech wie ich bin, habe ich ihm eine Mail geschickt mit
der Frage: Hast du Lust? Und er sagte gleich, dass er es klasse
fände und er hat das dann mit uns gemacht. Und er ist, entgegen
sämtlicher Gerüchte und Vorurteile, weder arrogant noch doof, sondern
ein cooler Mensch, wie man es von einem Amerikaner nicht erwartet. Er ist einer
von Typen, mit denen ich mich stundenlang in ein Café setzen und
über Gott und die Welt reden würde. Und auch von der
künstlerischen Seite her war er sehr kreativ und hat zum Song, zum
Arrangement hier und da noch was beigetragen Ideen, die im Endeffekt
doch sehr gut waren.
GW: Ihr habt ja auch einen Remix von JANUS
gemacht und die einen von euch. Habt ihr das zusammen ausgetüftelt oder
eher zufällig, dass ihr euch jeweils geremixt habt? Thomas:
Es funktioniert ja meistens so, dass Bands gegenseitig Remixe Remix
Exchanges - machen. Es gibt zwar viele Bands in unserem Business, die das gegen
Geld machen, aber das ist einfach traurig. Da halt ich überhaupt nicht
viel von, denn ich denke immer, dass unsere Szene so klein ist und dass man
sich dann gegenseitig helfen muss.
GW: Bei der Songs teilt ihr euch
die Schreiberei? Thomas: Nur die Lieder. Die Texte sind alle von
mir.
GW: Mich wundert die klare Linie darin. Arbeitet ihr so stark
zusammen? Thomas: Wir haben schon immer getrennt gearbeitet, nur
ist es niemanden aufgefallen. Ich schreibe 70-80% der Melodien, der Hannes
macht den Rest und die Texte schreib ich alle. Die Texte, die nicht von mir
sind (auf den ersten Platten) sind traditionellen Ursprungs.
GW: Du
hast ja noch das Projekt SIECHTUM nebenbei. Inwieweit beeinflusst SIECHTUM LAI
und umgekehrt.? Thomas: Jeder Songwriter hat seinen eigenen Stil.
Die Handschrift ist die Selbe, nur der Text ist ein anderer, um das mal mit
einer Metapher zu umschreiben. Aber SIECHTUM ist rhythmusorientiert und LAI ist
melodienorientiert.
GW: Jetzt sind wir eigentlich auch schon fast
fertig. ich wollte jetzt eigentlich nur noch wegen der weiteren Planung mal
anfragen.... Thomas: Im Mai gibt es eine Remix CD da wird
das ganze Album optisch und songtechnisch von vielen guten Künstlern
geremixt.
GW: z.B.? Thomas: IN STRICT CONFIDENCE,
FAITH AND THE MUSE, DER PROTAGONIST, FUNKER VOGT, DIVE/SONAR, ATROCITY, ...
Dann natürlich die ganzen Sommerfestivals. WGT und Zillo zu 100 %,
Mera Luna sagen wir mal 90 %. Dann wollen wir im September in die USA
für ein paar Konzerte und wir werden versuchen, dieses Jahr möglichst
viel noch live zu spielen.
GW: Wie sieht es in den USA mit dem
Plattenabsatz aus? Thomas: Sehr gut. Weniger der Absatz aber die
Bekanntheit wir haben eine große Fanbase, die im Underground sehr
stark vertreten ist. Wir haben den Status in den Staaten jetzt, den wir vor
drei Jahren in Deutschland hatten. Sehr undergroundig, schwer erhältlich
und viele Leute habens oder suchens.
GW: Dann bedanke ich mich und
wünsche euch noch ein schönes Konzert und eine schöne Tour.
Thomas: Danke auch und viel Spaß noch.
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Anmerkung: Die hier abgebildeten
Photos sind Archivbilder.. - Schwarze Träne aus der
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