LIVE-Review:
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MILA MAR
& IRRLICHT: 09.04.2000, Universal D.O.G. Lahr |
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Das
Universal D.O.G. in Lahr im Schwarzwald, war mir bis vor einem halben Jahr als
reine Techno-Disco bekannt. Seit dem DARK STORM FESTIVAL vergangene Weihnachten
(GOETHES ERBEN, IN EXTREMO, THEATRE OF TRAGEDY, L'ÂME IMMORTELLE), kenn
ich die Location auch in anderem Licht. Ich berichtete auch schön
über das unvergessliche THE GATHERING-Konzert und regelmäßig
legen DJs zu Dark Dance-Parties auf. Als ich von Markus Nauli (Keyboarder von
IRRLICHT und ILLUMINATE) erfuhr, daß er mit seinem Schweizer Lyrikprojekt
IRRLICHT in Vorprogramm zu MILA MAR in Lahr gastiert, war ich natürlich
zur Stelle.
Als IRRLICHT die Bühne im
kleineren der beiden Hallen betrat und sich symphonische Keyboardklänge
euphorisch durch den Club zogen, war noch nicht besonders viel Publikum
versammelt. Aber eins war jetzt schon klar, der Sound den die beiden Musiker
Renato und Markus aus ihren Kisten holten, klang gewaltig gut.
IRRLICHT versucht Literatur mit Musik zu verbinden. So ist der
Zugang zu den Worten des vortragenden Dritten der Gruppe Markus Meier (nein ein
Sänger ist er ja nicht in dem Sinne) nicht für alle auf Anhieb so
leicht, zum Teil auch in französischer Sprache. Ich war auch ein wenig im
Vorteil, die Stücke schon von CD zu kennen, die
Sprachverständlichkeit war aber hervorragend. In dieser nebeligen Atmosphäre voller Düsternis und
Melancholie, wunderschön in Wort und Klang umgesetzt, lauschten aber alle
immer mehr dem Dargebotenen. Zu den Drumcomputer-Rythmen von "Rosengrab" und
"Schritte gegen den Wind" wiegten sich sogar einige Körper. Aber es
überwiegen leise traurig dahingleitende Streicher-Melodien mit zarter
Klavierbegleitung, wie "Die Seufzer der Ewigkeit" und "Aurélie" oder das
von Markus Nauli vorgetragene "Da war ein Moment". Alles in Allem war es
für mich jedenfalls ein schönes Konzert - dem Zuhörer
gehört die Welt, den anderen das Bier an der
Theke.
 Nach einer kurzen Umbaupause war es
endlich soweit und der Laden urplötzlich brechend voll: Fackeln leuten auf
der Bühne und die fremdartige Klänge und beschwörende Trommeln
von MILA MAR locken das Publikum hypnotisch vor die Bühne. Als dann noch
die in majestätischem blau gekleidete Sängerin Anke ihre
unvergleichliche Stimme zum ersten Ton anhob, vergaßen alle Anwesenden
für gut zweieinhalb Stunden die Welt um sich herum und ließen sich
in einen phantastischen, fremdartigen Traum aus Musik und Gesang
entführen. Ich kenne wirklich nichts Vergleichbares mit dem,
was das Quartett um Anke Hachfeld (Vocals, Percussion), Katrin Beischer
(Violine, Flöte, Percussion) , Maaf Kirchner (Synthesizer, Sampler,
Percussion) und Søan Meyer (Percussion, Backing Vocals) zusammen auf die
Bühne zaubern. Mit Synthesizer, Flöten, Geigen,
Djembes und Trommeln erzeugen MILA MAR eine unwirkliche Musiklandschaft, die
einerseits archaisch, minimalistisch und monoton, aber auch kraftvoll
orchestral oder ekstasisch zugleich ist. Stets im Zentrum des Geschehens
verblüfft Ankes unglaublich vielfältige Stimmgewalt, von kindlich und
märchenhaft verzaubernd bis zu arienhaften Tempraments- ausbrüchen,
die man einfach erlebt haben muß. Dieser teils orientalisch, teils schon
außerirdisch Gesang wird in einer Sprache ohne Worte vorgetragen, in der
jeder Zuhörer seine eigene Geschichte erleben kann und das ist die
Botschaft der Musik von MILA MAR. Was sollen sie Geschichten erzählen, was
soll ich hier beschreiben, wofür es keine Worte gibt. Nur eine
phantastische Stimme, die mit einer geheimnisvollen Musik verschmilzt und wer
sie hört, versteht was sie sagt. Drei Zugaben erjubelte sich
ein allerseits glückliches Publikum, bevor MILA MAR von der Bühne und
entschwand und wir langsam aber sicher wieder in die Realität zurück
kehrten. Wer mehr davon haben möchte, dem sei das Album
"Nova" (Strange Way Records) ans Herz gelegt und gesagt, daß MILA MAR ab
19.Mai wieder auf Tour sind. Mehr
über MILA MAR: www.milamar.de
Mehr über IRRLICHT: www.irrlicht.notrix.de
Photos vom 09.04.2000 mit freundlicher Genehmigung von

Ritchie für
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