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Specials: 24 Stunden von Le Mans




"Le Mans ist Le Mans" - mit diesen Worten beschreiben viele Piloten die besondere Herausforderung beim Langstreckenklassiker an der Sarthe. Dieser kurze Satz unterstreicht deutlich, dass es unendlich schwierig ist, die besondere Faszination dieses Events verbal zu vermitteln. Le Mans steht für Rennsportgeschichte, für Dramen, herausragende Siege, motorsportliche Leidenschaft, eine Highspeed-Strecke und wunderschöne Autos.


Geschichte und Überblick

Die sogenannten "24 Heures du Mans" für Automobile werden seit 1923 (damals über eine Distanz von circa 17,3 km) auf dem ab 1932 etwa 13,5 km langen Circuit des 24 Heures du Mans südlich der Stadt ausgetragen, dessen Abschnitte normalerweise auch als Landstraßen genutzt werden.



Die 24 Stunden von Le Mans wurden als Langstreckenrennen geplant, bei dem die Automobilhersteller die Zuverlässigkeit und den Entwicklungsstand ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen konnten. Das erste Rennen wurde vom 26. auf den 27. Mai 1923 ausgetragen.

Ziel des Rennens ist es, möglichst viele Runden innerhalb von 24 Stunden zurückzulegen und nach 24 Stunden die Ziellinie zu überqueren. Traditionell findet das Rennen jährlich am zweiten Juniwochenende am Stadtrand von Le Mans statt. Die traditionelle Startzeit des Rennens ist 16:00 Uhr.


Bentley Speed Six von 1929


Bis in die 1980er Jahre fand das Rennen in Teams à zwei Mann statt, heute wechseln sich drei Fahrer ab. In den ersten Jahren war es nur den Fahrern selbst erlaubt, Reparaturen mit Bordwerkzeug durchzuführen. Heute dürfen die Wagen in den Boxen von Mechanikern repariert werden. Bleibt der Wagen allerdings auf der Rennstrecke liegen, darf der Fahrer keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen.



Legendär war der 1925 eingeführte Le-Mans-Start, bei dem die Fahrer über die Fahrbahn zu ihren vor der Boxengasse aufgestellten Fahrzeugen sprinten mussten und stehend starteten. Dieser kam nach Einführung der Sicherheitsgurte 1969 in die Diskussion. Der spätere Sieger Jacky Ickx protestierte durch demonstrativ langsames Gehen gegen diesen Startmodus. Nach einem stehenden Start mit bereits angeschnallten Fahrern im Jahr 1970 wird das Rennen seit 1971 aus Sicherheitsgründen wie unter anderem in Indianapolis nach einer Einführungsrunde mit einem fliegenden Start begonnen.

1955 kam es bei diesem Rennen zur größten Katastrophe des Motorsports, als Teile des Mercedes-Benz 300 SLR des Franzosen Pierre Levegh nach einer Kollision auf der Zielgeraden in die dortige Zuschauertribüne flogen. Bei diesem Unfall starben einschließlich Levegh selbst insgesamt 84 Menschen. Auslöser war der Jaguar-Pilot Mike Hawthorn, der den langsameren Austin-Healey Lance Macklins links überholte, um dann plötzlich nach rechts zu ziehen und stark zu bremsen, um doch noch einen Boxenstopp zu absolvieren. Der „geschnittene“ Macklin musste nach links ausweichen, wo jedoch Levegh mit hoher Geschwindigkeit nahte und deshalb nicht mehr reagieren konnte. Die verbliebenen Mercedes wurden nachts von Rennleiter Alfred Neubauer nach Rücksprache mit der Firmenleitung als Zeichen des Respekts zurückgezogen. Mike Hawthorn und Jaguar gewannen dieses Rennen später. (siehe Video: www.spike.com/video/1955-le-mans/2860678)

Das Starterfeld bei den 24 Stunden von Le Mans ist in vier Klassen aufgeteilt. Je zwei Klassen für Sportprototypen und Gran Turismos. Entsprechen die beiden GT-Klassen weitestgehend der GT1 und GT2 nach FIA-Richtlinien, werden die beiden Kategorien der Le-Mans-Prototypen vom ACO selbst entworfen und ausgeschrieben.

Le Mans Prototype 1 (LMP1)
Mindestgewicht: 925 kg; Hubraum: bis 6000 cm³ (Saugmotoren), 4000 cm³ (Turbomotoren) oder 5500 cm³ (Dieselmotoren). Seit 2008 außerdem bis 6000 cm³ GT1 homologierte Motoren, ab 2009 bis 7000 cm³, um die bestehenden Motoren, wie den Chevrolet LS7R, weiter verwenden zu können.

Le Mans Prototype 2 (LMP2)
Mindestgewicht: 775 kg; Hubraum: bis 3400 cm³ (8-Zylinder-Saugmotoren) bzw. 2000 cm³ (6-Zylinder-Turbomotoren; keine Bi- oder Twin-Turbos)

Le Mans GT1
Serien-Sportwagen mit Leistungssteigerung und starker Optimierung für Renneinsätze

Le Mans GT2
Seriennahe GT-Sportwagen


Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans war ab 1953 Teil der FIA Sportwagen-Weltmeisterschaft und entwickelte sich zum Höhepunkt der Saison. Mit der Einstellung der Weltmeisterschaft 1992 fehlte dem Rennen eine Begleitserie. Das hatte zur Folge, dass die nach dem Le-Mans-Reglement aufgebauten Fahrzeuge auch nur einmal im Jahr ein Rennen austragen konnten. Dies änderte sich erst 1999, als durch Don Panoz die American Le Mans Series gegründet wurde, die das technische Reglement des 24-Stunden-Rennens übernahm. Nachdem sich die American Le Mans Series erfolgreich etablieren konnte, versuchte Don Panoz 2001 ein europäisches Pendant auf die Beine zu stellen. Die neu geschaffene European Le Mans Series scheiterte trotz Unterstützung der amerikanischen Schwesterserie.

Im Jahr 2004 startete der französische Automobilclub ACO einen neuen Versuch und gründete die Le Mans Series. Den jeweiligen Klassensiegern in beiden Rennserien gewährt der ACO eine Einladung zum 24-Stunden-Rennen des darauffolgenden Jahres. 2006 versuchte der französische Automobilclub sein Einfluss auch nach Japan zu erweiteren. Er beauftragte dazu den Organisator Sports Car Endurance Race Operation, die mehrere 1000-km-Rennen unter dem Namen Japan Le Mans Challenge austrugen. Die Serie wurde weder von Zuschauern, noch Teilnehmern angenommen und nach zwei Jahren aufgegeben. Der ACO übernahm nun selbst die Verantwortung und gründete 2009 die Asian Le Mans Series.


Die Le-Mans-Gesamtsieger seit 1923:

Jahr Fahrer Wagen
1923 André Lagache René Léonard Chenard & Walcker Sport
1924 John Duff Frank Clement Bentley 3.0 L Sport
1925 Gérard de Courcelles André Rossignol La Lorraine Dietrich B 3-6
1926 Robert Bloch André Rossignol La Lorraine Dietrich B 3-6
1927 Dudley Benjafield Sammy Davis Bentley 3.0 L Sport
1928 Woolf Barnato Bernard Rubin Bentley 4.4 L
1929 Woolf Barnato Henry Birkin Bentley Speed Six
1930 Woolf Barnato Glen Kidston Bentley Speed Six
1931 Earl Howe Henry Birkin Alfa Romeo 8C 2300
1932 Raymond Sommer Luigi Chinetti Alfa Romeo 8C 2300
1933 Raymond Sommer Tazio Nuvolari Alfa Romeo 8C 2300
1934 Luigi Chinetti Philippe Étancelin Alfa Romeo 8C 2300
1935 Johnny Hindmarsh Luis Fontés Lagonda Rapide M 45
1936 kein Rennen
1937 Jean-Pierre Wimille Robert Benoist Bugatti 57 G Tank
1938 Eugène Chaboud Jean Trémoulet Delahaye 135 CS
1939 Jean-Pierre Wimille Pierre Veyron Bugatti 57 C Tank
1940 - 1948 keine Rennen
1949 Luigi Chinetti Lord Selsdon Ferrari 166 MM
1950 Louis Rosier Jean-Louis Rosier Talbot Lago T 26 GS
1951 Peter Walker Peter Whitehead Jaguar XK 120 C
1952 Hermann Lang Fritz Riess Mercedes-Benz 300 SL
1953 Tony Rolt Duncan Hamilton Jaguar C-Type
1954 José Froilán González Maurice Trintignant Ferrari 375 Plus
1955 Mike Hawthorn Ivor Bueb Jaguar D-Type
1956 Ron Flockhart Ninian Sanderson Jaguar D-Type
1957 Ron Flockhart Ivor Bueb Jaguar D-Type
1958 Olivier Gendebien Phil Hill Ferrari 250 TR 58
1959 Carroll Shelby Roy Salvadori Aston Martin DBR1 300
1960 Olivier Gendebien Paul Frère Ferrari 250 TR 59/60
1961 Olivier Gendebien Phil Hill Ferrari 250TRI 61
1962 Olivier Gendebien Phil Hill Ferrari 330 TRI LM Spyder
1963 Ludovico Scarfiotti Lorenzo Bandini Ferrari 250 P
1964 Jean Guichet Nino Vaccarella Ferrari Tipo 275 P
1965 Jochen Rindt Masten Gregory Ed Hugus Ferrari 250 LM
1966 Bruce McLaren Chris Amon Ford GT40 MK II
1967 Dan Gurney A.J. Foyt Ford GT40 MK IV
1968 Pedro Rodríguez Lucien Bianchi Ford GT40
1969 Jacky Ickx Jackie Oliver Ford GT40
1970 Hans Herrmann Richard Attwood Porsche 917 K
1971 Helmut Marko Gijs van Lennep Porsche 917 K
1972 Henri Pescarolo Graham Hill Matra-Simca MS670
1973 Henri Pescarolo Gérard Larrousse Matra-Simca MS670B
1974 Henri Pescarolo Gérard Larrousse Matra-Simca MS670C
1975 Jacky Ickx Derek Bell Gulf GR8
1976 Jacky Ickx Gijs van Lennep Porsche 936
1977 Jacky Ickx Jürgen Barth Hurley Haywood Porsche 936
1978 Jean-Pierre Jaussaud Didier Pironi Renault-Alpine A442B
1979 Klaus Ludwig Bill Whittington Don Whittington Porsche 935 K 3
1980 Jean-Pierre Jaussaud Jean Rondeau Rondeau Ford M 379 B
1981 Jacky Ickx Derek Bell Porsche 936 81
1982 Jacky Ickx Derek Bell Porsche 956 C
1983 Vern Schuppan Hurley Haywood Al Holbert Porsche 956 C
1984 Klaus Ludwig Henri Pescarolo Joest-Porsche 956 C
1985 Klaus Ludwig Paolo Barilla John Winter Joest-Porsche 956 C
1986 Derek Bell Hans-Joachim Stuck Al Holbert Porsche 962 C
1987 Derek Bell Hans-Joachim Stuck Al Holbert Porsche 962 C
1988 Johnny Dumfries Andy Wallace Jan Lammers Jaguar XJR 9 LM
1989 Jochen Mass Manuel Reuter Stanley Dickens Sauber-Mercedes C 9
1990 Martin Brundle John Nielsen Price Cobb Jaguar XJR 12
1991 Johnny Herbert Bertrand Gachot Volker Weidler Mazda 787B
1992 Derek Warwick Martin Brundle Yannick Dalmas Peugeot 905 EVO 1
1993 Geoff Brabham Éric Hélary Christophe Bouchut Peugeot 905 EVO 1
1994 Yannick Dalmas Hurley Haywood Mauro Baldi Dauer 962 LM Sport
1995 Yannick Dalmas JJ Lehto Masanori Sekiya McLaren F1 GTR
1996 Manuel Reuter Davy Jones Alexander Wurz Joest TWR-Porsche WSC 95
1997 Michele Alboreto Stefan Johansson Tom Kristensen Joest TWR-Porsche WSC 95
1998 Stéphane Ortelli Laurent Aïello Allan McNish Porsche 911 GT1
1999 Pierluigi Martini Yannick Dalmas Joachim Winkelhock BMW V12 LMR
2000 Emanuele Pirro Frank Biela Tom Kristensen Audi R8
2001 Emanuele Pirro Frank Biela Tom Kristensen Audi R8
2002 Emanuele Pirro Frank Biela Tom Kristensen Audi R8
2003 Rinaldo Capello Tom Kristensen Guy Smith Bentley EXP Speed 8GT
2004 Seiji Ara Rinaldo Capello Tom Kristensen Audi R8
2005 Tom Kristensen Marco Werner JJ Lehto Audi R8
2006 Frank Biela Emanuele Pirro Marco Werner Audi R10 TDI
2007 Frank Biela Emanuele Pirro Marco Werner Audi R10 TDI
2008 Rinaldo Capello Allan McNish Tom Kristensen Audi R10 TDI
2009 David Brabham Marc Gené Alexander Wurz Peugeot 908 HDi FAP
2010        


Erfolgreichste Le-Mans-Fahrer:

Fahrer Siege
1 Tom Kristensen 8
2 Jacky Ickx 6
3 Emanuele Pirro / Frank Biela 5



Audi R10 (2007)


Audi R8 (2004)


Bentley EXP Speed 8GT (2003)


TWR Porsche WSC95 (1997)


Mazda 787B (1991)


Aston Martin NRA/C2 (1984)


Porsche 917 Coupé (1970)



Le Mans Ergebnisse 2010
Le Mans Ergebnisse 2009
Le Mans Ergebnisse 2008
Offizielle Seite der 24 Stunden von Le Mans

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